Ausgabe Mai 2001

Zukunft der Betriebsverfassung

Stell Dir vor, es gibt ein neues, deutlich verbessertes Betriebsverfassungsgesetz - und es wird kaum Gebrauch davon gemacht. Ganz von der Hand zu weisen ist diese Perspektive nicht: Schließlich arbeiten schon jetzt nur noch etwa 35% aller Beschäftigten in Unternehmen mit Betriebsrat. Demokratie ist also kein Selbstläufer: Sie braucht einerseits verläßliche Rechtsgrundlagen, sie benötigt andererseits aber auch aktive, mutige Bürger, die von ihren verbrieften Rechten Gebrauch machen. Notwendig ist deshalb sowohl eine Aktivierung der Arbeitnehmer im Unternehmen als auch eine Verbesserung der rechtlichen Grundlagen. Wobei letzteres erst die Basis dafür legt, daß eine zeitgemäße Partizipation der Beschäftigten an den betrieblichen Belangen möglich wird.

Eine Erfolgsstory

Die Beteiligung der Beschäftigten an betrieblichen Entscheidungen reicht weit ins 19. Jahrhundert zurück. Sie ist Ausdruck des historisch gewachsenen Typus industrieller Beziehungen in Deutschland. Zu den Wesensmerkmalen dieses Modells gehört die Regelung der Arbeitsbeziehungen sowohl auf einer betrieblichen, einer unternehmensbezogenen und einer überbetrieblich-tariflichen Aushandlungsebene. Zwischen diesen Ebenen besteht eine juristische Trennung und eine alltagsweltliche Verknüpfung.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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