Ausgabe November 2001

Abkehr vom Unilateralismus

Worum es weltwirtschaftlich geht

In der Oktoberausgabe der "Blätter" haben wir uns mit dem politischen Rahmen befaßt, den die Globalisierung erfordert. *) Im folgenden wollen wir uns mit einigen ökonomischen Zusammenhängen auseinandersetzen, die bei der Behandlung der jüngsten Krisen weitgehend ausgeblendet blieben. Zwar hat es im Anschluß an die Asienkrise eine großangelegte Diskussion zur "Weltfinanzarchitektur" gegeben, aber von der war im politischen Raum schon ein Jahr später praktisch nichts übrig. Zudem hatten die Administrationen der großen Länder und der internationalen Organisationen von Anfang an versucht, das Thema zu entökonomisieren und zu entpolitisieren, indem man es zu einer "Strukturfrage", einer rein technischen Frage geeigneter "Codes und Standards" auf den Finanzmärkten erklärte. Auf der anderen Seite des politischen Spektrums wurden dagegen sehr schnell "die Spekulanten" als die eigentlich Bösen ausgemacht. Die herrschende Lehre in der Ökonomie, die ein systematisches Versagen der Märkte oder unabhängiger wirtschaftspolitischer Institutionen von vornherein aus ihren Modellen verbannt hat, unterstützte lange Zeit die Strukturposition. Erst zwei Jahre nach der Krise fanden einige "Strukturalisten" allmählich zu einer angemesseneren Deutung der Zusammenhänge.

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Aktuelle Ausgabe Januar 2020

In der Januar-Ausgabe warnt der Journalist Alexander Hurst vor einem drohenden Bürgerkrieg in den USA, sollte Donald Trump eine Abwahl in einem Jahr nicht akzeptieren. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die Hindu-Nationalisten die innere Vielfalt Indiens bekämpfen und selbst vor kriegerischen Mitteln nicht halt machen. »Blätter«-Redakteurin Julia Schweers beleuchtet den Generationenkonflikt, der in Afrika zu einer dritten kontinentalen Protestwelle führen könnte. Der Soziologe Mathias Greffrath fordert die Abkehr vom Mantra des ständigen Wachstums, um dem »Zeitalter der Verwüstung« ein Ende zu setzen. Und »Blätter«-Mitherausgeber Micha Brumlik analysiert die antisemitische Kontinuität von der DDR bis ins heutige Ostdeutschland.

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