Ausgabe November 2001

Wenn Soldaten Polizisten werden

Alles Übel kommt daher, daß wir keine mächtige internationale Polizei haben und keine internationale schiedsrichterliche Instanz, deren Entscheidungen sicher durchgeführt werden. Albert Einstein, 11. September 1933

Die innerdeutsche Auseinandersetzung um den Einsatz von Streitkräften der Bundeswehr im Rahmen internationaler militärischer Interventionen hat eine neue Dimension - seit den Terroranschlägen auf das World Trade Center und das Pentagon am 11. September und den inzwischen angelaufenen militärischen Gegenschlägen. Es geht um die Frage, ob im Hinblick auf terroristische Anschläge in Deutschland Bundeswehreinsätze möglich sein sollen, um so die Bedrohung der Sicherheit nicht nur von öffentlichen Einrichtungen, sondern der Bevölkerung insgesamt abzuwenden. Hintergrund ist die Annahme, daß die vorhandenen Kräfte der Polizei einschließlich des Bundesgrenzschutzes für diese Aufgabe nicht ausreichen könnten. Das Problem der Beteiligung von Bundeswehrsoldaten an militärischen Interventionen außerhalb Deutschlands, wie sie bereits in Somalia, eingeschränkt während des Golfkriegs und dann vor allem in Bosnien, im Kosovo und jüngst in Mazedonien praktiziert wurde und wird, ist von der Frage des Einsatzes von Bundeswehreinheiten innerhalb der Bundesrepublik nicht zu trennen.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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