Ausgabe Oktober 2001

Erst nur Bilder

Wie zuletzt beim Ausbruch des Golfkriegs unterbrachen alle Fernsehsender das normale Programm, nachdem durch drei entführte Passagiermaschinen und deren gezielte Crashs der größte terroristische Anschlag auf die USA und vielleicht weltweit seit Menschengedenken verübt worden war. Die ganze Welt schaltete sich zu, alle sahen dieselben Bilder des Schreckens: die brennenden und dann in sich zusammenstürzenden Türme des World Trade Center und das in Flammen und Rauchwolken gehüllte Pentagon. Man wiederholte sie, vor allem die direkten Aufnahmen des zweiten Crashs, immer wieder und ließ sie außerdem im Hintergrund als Bilderschleife bei Kommentaren und Korrespondentenberichten mitlaufen.

Der Augenblick, der so viel verändern sollte, dauerte auf diese Weise einen Nachmittag und eine Nacht lang, gänzlich ununterbrochen von anderen Sendungen. So wird er sich bislang ungekannter Intensität einbrennen in das Bildergedächtnis der Menschheit - Signum eines geschichtlichen Wendepunktes. Trotzdem hatten die Redaktionen das Problem, die fast unbegrenzte Sendezeit zu füllen. Sie reagierten mit der für solche Situationen eingefahrenen Routine, deren Unzulänglichkeit sich nicht nur in den üblichen Koordinationsproblemen ("Ich kann Sie nicht hören" usw.) äußerte.

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Aktuelle Ausgabe Januar 2020

In der Januar-Ausgabe warnt der Journalist Alexander Hurst vor einem drohenden Bürgerkrieg in den USA, sollte Donald Trump eine Abwahl in einem Jahr nicht akzeptieren. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die Hindu-Nationalisten die innere Vielfalt Indiens bekämpfen und selbst vor kriegerischen Mitteln nicht halt machen. »Blätter«-Redakteurin Julia Schweers beleuchtet den Generationenkonflikt, der in Afrika zu einer dritten kontinentalen Protestwelle führen könnte. Der Soziologe Mathias Greffrath fordert die Abkehr vom Mantra des ständigen Wachstums, um dem »Zeitalter der Verwüstung« ein Ende zu setzen. Und »Blätter«-Mitherausgeber Micha Brumlik analysiert die antisemitische Kontinuität von der DDR bis ins heutige Ostdeutschland.

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