Ausgabe August 2002

Schröder, Hartz und die Realität

 

So viel Einigkeit war selten. Westerwelle und der Bundeskanzler, Späth und Fischer, Zwickel und Rogowski, „Spiegel“, „Zeit“ und „Frankfurter Allgemeine“ – alle loben Peter Hartz und die Ergebnisse seiner Kommission. Wer möchte da noch abseits stehen?

Nein, auch wir wollen nicht nörgeln. Wir wollen das Kanzlerwort beherzigen und uns nicht mäkelnd im Detail verzetteln. Natürlich ist es alle Anstrengungen wert, Arbeitslose schneller in neue Arbeit zu vermitteln, „Quick-Vermittlung“ soll das heißen. Warum nicht schon mit der Kündigung damit beginnen, wie es die Kommission empfiehlt? Warum nicht die Arbeitgeber durch Leistungsangebote der „Business-Unit: PersonalServiceAgentur“ (PSA) endlich dazu bewegen, freie Stellen zu melden? Auch kann es nur nützlich sein, die Beratungs- und Vermittlungskompetenz der „Job-Center“ qualitativ und quantitativ zu erhöhen. Das sollte durchaus auch die organisatorische Zusammenführung der Arbeitsämter und der Einrichtungen der Sozialhilfe umfassen – nicht zu verwechseln mit der unzulässigen Angleichung der Arbeitslosenunterstützung an die Sozialhilfe.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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