Ausgabe August 2002

Schröder, Hartz und die Realität

 

So viel Einigkeit war selten. Westerwelle und der Bundeskanzler, Späth und Fischer, Zwickel und Rogowski, „Spiegel“, „Zeit“ und „Frankfurter Allgemeine“ – alle loben Peter Hartz und die Ergebnisse seiner Kommission. Wer möchte da noch abseits stehen?

Nein, auch wir wollen nicht nörgeln. Wir wollen das Kanzlerwort beherzigen und uns nicht mäkelnd im Detail verzetteln. Natürlich ist es alle Anstrengungen wert, Arbeitslose schneller in neue Arbeit zu vermitteln, „Quick-Vermittlung“ soll das heißen. Warum nicht schon mit der Kündigung damit beginnen, wie es die Kommission empfiehlt? Warum nicht die Arbeitgeber durch Leistungsangebote der „Business-Unit: PersonalServiceAgentur“ (PSA) endlich dazu bewegen, freie Stellen zu melden? Auch kann es nur nützlich sein, die Beratungs- und Vermittlungskompetenz der „Job-Center“ qualitativ und quantitativ zu erhöhen. Das sollte durchaus auch die organisatorische Zusammenführung der Arbeitsämter und der Einrichtungen der Sozialhilfe umfassen – nicht zu verwechseln mit der unzulässigen Angleichung der Arbeitslosenunterstützung an die Sozialhilfe.

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