Ausgabe Februar 2002

Afghanistan nach Petersberg

Die amtierende Regierung Afghanistans kam am 5. Dezember 2001 unter der Federführung der UN auf dem Petersberg bei Bonn zustande. Die Bundesregierung war nicht nur Gastgeber der vier afghanischen Delegationen und der zahlreichen internationalen Beobachter, sondern hatte auch als erste einen Sieben-Punkte-Plan zur Zukunft Afghanistans vorgelegt. Vertreten waren Monarchisten und Mudschaheddinführer, die sich aus dem langjährigen Bürgerkrieg kannten: die Rom-Gruppe mit den Anhängern von Ex-König Sahir, darunter Schwiegersohn und Enkel, die Nordallianz mit den Mudschaheddin von der Dschamiat-Islami des damaligen Präsidenten Burhanuddin Rabbani, die Zypern-Gruppe unter der Leitung von Humayun Dscharir, einem Schwiegersohn des kaum von den Taliban zu unterscheidenden Fundamentalisten Gulbuddin Hekmatyar, der erst kürzlich in einem "Spiegel"-Interview Osama Bin Laden als einen guten Kumpel bezeichnet hat, und die Peschawar-Gruppe unter der Leitung von Abdul Hamid Gailani, Sohn des Aristokraten und Mudschaheddinführers Sayed Ahmed Gailani, ebenfalls Verwandter von Sahir Schah.

Es waren größtenteils die Kräfte versammelt, die 1992-96 an der Zerstörung Kabuls tatkräftig mitgewirkt haben, wobei an die 50 000 Zivilisten umkamen. Unter den internationalen Beobachtern waren allein die Vereinigten Staaten mit 20 Personen vertreten.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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