Ausgabe Juni 2002

Chinas Wasserprobleme - ein globales Problem

Die großen Ströme mit ihren unzähligen Nebenflüssen teilen China in drei geographische Hauptzonen ein. Der Süden wird bestimmt durch das Einzugsgebiet des Sinkiang, Zentralchina durch den Jangtse Kiang und der Norden schließlich durch den Huang He, den Gelben Fluss, an dessen Mittellauf nach chinesischer Überlieferung die Wiege des chinesischen Volkes stand. Vor mehr als fünf Jahrtausenden bildeten sich in dieser Region die ersten Ansätze einer Zivilisation heraus, und um 1000 v. Chr. hatten die Chinesen ihr Siedlungsgebiet bereits entlang des Gelben Flusses ausgedehnt und auch begonnen, im Tal des Jangtse Kiang zu siedeln. Anders als bei Euphrat und Tigris entstand die chinesische Zivilisation wohl weniger durch den Segen des Huang He als vielmehr im Kampf mit ihm. Immer wieder verlegte der Fluss nach großen Überschwemmungen sein Bett. Alles in allem, so Forschungen, hat der Wasserlauf zwischen 2278 v. Chr. und 1922 n. Chr. mindestens 418 Überschwemmungen verursacht und mindestens zehn Richtungsänderungen vorgenommen.[1] Die letzte große Verschiebung fand 1851 statt, als er seine Mündung von südlich der Halbinsel Shandong zu einer fast 500 km nördlicheren Region verlegte. Ganze Landstriche wurden dabei verwüstet und Millionen von Menschen kamen ums Leben.

Sie haben etwa 5% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 95% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Dezember 2020

Joe Biden heißt der Sieger dieser historischen US-Präsidentschaftswahl. In der Dezember-Ausgabe beleuchten die Politikwissenschaftler Peter Beinart und Albena Azmanova, der Ökonom Marshall Auerback sowie die Journalistin Elaine Godfrey die Gründe für Trumps Niederlage sowie die gewaltigen Herausforderungen, vor denen der designierte Präsident und dessen Partei stehen. Die Ökonomin Mariana Mazzucato plädiert dafür, in der Coronakrise die Weichen für die Schaffung einer inklusiveren und nachhaltigeren Wirtschaftsweise zu stellen. »Blätter«-Redakteurin Annett Mängel legt dar, wie eine resonanzstarke Minderheit von Ärzten die Pandemie verharmlost und so den Coronaleugnern in die Hände spielt. Und die Journalistin Cinzia Sciuto sowie der Philosoph Pascale Bruckner plädieren für einen deutlich kritischeren Umgang mit dem Islamismus – gerade seitens der Linken.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Der Kampf der Weltanschauungen

von Micha Brumlik

Die Konfrontation der Weltmächte USA und China ist auch eine Konfrontation zweier Philosophien: Ein westlicher, die Menschenrechte ins Zentrum stellender Universalismus wird dabei von einem Universalismus der friedlichen Koexistenz unterschiedlicher Systeme herausgefordert.