Ausgabe August 2003

Kinderarmut und was man dagegen tun kann

Nicht nur in Staaten der so genannten Dritten Welt, wie etwa Bangladesch, Burundi oder Burkina Faso, sondern auch in der Bundesrepublik wachsen immer mehr Kinder und Jugendliche in materieller Not auf. Man spricht aus diesem Grund von einer "Infantilisierung der Armut" (Richard Hauser), und selbst die Bundesregierung hat inzwischen festgestellt, dass Kinder hierzulande mittlerweile die am häufigsten und stärksten von Armut bedrohte Altersgruppe bilden.1 Fast jedes fünfte Kind leidet unter der relativen (Einkommens-) Armut seiner Familie. Dies kann zu schweren psychosozialen Belastungen führen, zieht fast zwangsläufig den Ausschluss junger Menschen aus vielen Lebenszusammenhängen nach sich und beeinträchtigt damit auch die Chancengleichheit in der Gesellschaft, vor allem hinsichtlich der Bildung, nachhaltig.2

Armutsphänomene, Mangelerscheinungen und Bedürftigkeit sind kein neues Phänomen; auch die Kinderarmut, eine besonders subtile Form der Ausgrenzung und der Gewalt gegenüber den schwächsten Gesellschaftsmitgliedern, gibt es keineswegs erst seit kurzem. Gleichwohl weist sie "moderne" bzw. "postmoderne" Züge auf, die es nahe legen, ihre Entstehungsursachen in jüngerer Zeit zu suchen.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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