Ausgabe August 2003

Kinderarmut und was man dagegen tun kann

Nicht nur in Staaten der so genannten Dritten Welt, wie etwa Bangladesch, Burundi oder Burkina Faso, sondern auch in der Bundesrepublik wachsen immer mehr Kinder und Jugendliche in materieller Not auf. Man spricht aus diesem Grund von einer "Infantilisierung der Armut" (Richard Hauser), und selbst die Bundesregierung hat inzwischen festgestellt, dass Kinder hierzulande mittlerweile die am häufigsten und stärksten von Armut bedrohte Altersgruppe bilden.1 Fast jedes fünfte Kind leidet unter der relativen (Einkommens-) Armut seiner Familie. Dies kann zu schweren psychosozialen Belastungen führen, zieht fast zwangsläufig den Ausschluss junger Menschen aus vielen Lebenszusammenhängen nach sich und beeinträchtigt damit auch die Chancengleichheit in der Gesellschaft, vor allem hinsichtlich der Bildung, nachhaltig.2

Armutsphänomene, Mangelerscheinungen und Bedürftigkeit sind kein neues Phänomen; auch die Kinderarmut, eine besonders subtile Form der Ausgrenzung und der Gewalt gegenüber den schwächsten Gesellschaftsmitgliedern, gibt es keineswegs erst seit kurzem. Gleichwohl weist sie "moderne" bzw. "postmoderne" Züge auf, die es nahe legen, ihre Entstehungsursachen in jüngerer Zeit zu suchen.

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In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

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