Ausgabe August 2003

Nach dem Streik ist vor dem Streik

Vier Wochen lang kämpfte die IG-Metall mit einem Streik gegen die Unternehmerverbände, die Politik und die öffentlichen Medien für die Angleichung der Arbeitszeit ostdeutscher Metaller an das gegenwärtige Westniveau. Anfang Juli d. J. brach sie diesen harten und langwierigen Arbeitskampf ab,1 weil die Streikbereitschaft ihrer Mitglieder unter dem massiven Druck öffentlicher Kampagnen zu bröckeln begann, während die Auseinandersetzung in der Gewerkschaftsspitze über das Vorgehen zunahm. Immerhin, so ganz erfolglos war ihre Initiative zur Angleichung der Arbeitsbedingungen an das Westniveau – im übrigen Verfassungsauftrag sowie erklärter Wille der Unternehmerverbände und der Regierung – nicht: Für den ostdeutschen Stahlbereich gelang ein Abschluss, der bis Ende 2009 die schrittweise Einführung der 35-Stunden-Woche vorsieht. Allerdings besteht die Möglichkeit, die vereinbarten Etappen bei miserabler Wirtschaftslage um eine Jahresfrist auszusetzen. Für die Metall- und Elektroindustrie aber verkündete der Sächsische Arbeitgeberverband rigoros, keinen Vertrag zu akzeptieren, der die Zahl 35 enthalte.

Alle vom neoliberalen Zeitgeist Besessenen, sowohl im Unternehmerlager als auch in der Politik, schlossen sich dem an.

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