Durch die Streiks der Hafenarbeiter und der Gebäudereiniger sorgten die US-Gewerkschaften kürzlich wieder für Schlagzeilen. Mit den Aktionen setzt sich eine strategische Neuausrichtung in der zuvor totgeglaubten Gewerkschaftsbewegung fort, die zu Beginn der 90er Jahre in einigen Einzelgewerkschaften ihren Anfang nahm und mit der Wahl von John Sweeney – dem damaligen Präsidenten der Service Employees International Union (SEIU) – und seinem New Voice-Team 1995 an die Spitze des Dachverbandes AFL-CIO ihren zwischenzeitlichen Höhepunkt fand. Seitdem greifen die Gewerkschaften wieder auf Konfliktstrategien zurück, teilweise ähnlich denen, die schon den Erfolg des CIO in den 146 Kommentare und Berichte Blätter für deutsche und internationale Politik 2/2003 30er Jahren begründeten. Im Zentrum steht dabei die vermehrte Organisierung neuer Mitglieder bzw. der Versuch, mittels integrativer Kampagnen (corporate campaigns) Aktivitäten in verschiedenen Bereichen zu verbinden und den obligatorischen Wahlprozess unter Aufsicht des NLRB (National Labor Relations Board) – und damit die rigide Arbeitsgesetzgebung aus der Zeit des New Deals – zur gewerkschaftlichen Vertretung in den Betrieben zu umgehen.
Es währte nur sehr kurz: Das erst im Januar 2023 eingeführte Bürgergeld ist schon wieder Geschichte. Am 5. März beschloss der Bundestag zahlreiche Verschärfungen gegenüber Grundsicherungsbeziehenden.