Ausgabe Februar 2003

Comeback der US-Gewerkschaften

Durch die Streiks der Hafenarbeiter und der Gebäudereiniger sorgten die US-Gewerkschaften kürzlich wieder für Schlagzeilen. Mit den Aktionen setzt sich eine strategische Neuausrichtung in der zuvor totgeglaubten Gewerkschaftsbewegung fort, die zu Beginn der 90er Jahre in einigen Einzelgewerkschaften ihren Anfang nahm und mit der Wahl von John Sweeney – dem damaligen Präsidenten der Service Employees International Union (SEIU) – und seinem New Voice-Team 1995 an die Spitze des Dachverbandes AFL-CIO ihren zwischenzeitlichen Höhepunkt fand. Seitdem greifen die Gewerkschaften wieder auf Konfliktstrategien zurück, teilweise ähnlich denen, die schon den Erfolg des CIO in den 146 Kommentare und Berichte Blätter für deutsche und internationale Politik 2/2003 30er Jahren begründeten. Im Zentrum steht dabei die vermehrte Organisierung neuer Mitglieder bzw. der Versuch, mittels integrativer Kampagnen (corporate campaigns) Aktivitäten in verschiedenen Bereichen zu verbinden und den obligatorischen Wahlprozess unter Aufsicht des NLRB (National Labor Relations Board) – und damit die rigide Arbeitsgesetzgebung aus der Zeit des New Deals – zur gewerkschaftlichen Vertretung in den Betrieben zu umgehen.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2020

In der Februar-Ausgabe warnen die ehemaligen US-Politiker Ernest J. Moniz und Sam Nunn vor einem erneuten Wettrüsten zwischen Russland und den USA. Hans-Gerd Marian und Michael Müller von den NaturFreunden Deutschlands legen die braunen Linien der deutschen Umweltbewegung offen. Der Vorsitzende der SWP, Volker Perthes, fragt nach den Auswirkungen der jüngsten Spannungen zwischen den USA und Iran – auch und gerade für Europa. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die regierenden Hindu-Nationalisten Millionen Menschen zu Staatenlosen machen und so ein neues Kastensystem schaffen könnten. Und der Stadtforscher Paul Chatterton skizziert die Zukunft der klimaneutralen, nachhaltig produzierenden Stadt.

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