Bereits heute liegt nach Erkenntnissen des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), dem Klimaforschergremium der Vereinten Nationen, die mittlere globale Jahrestemperatur um rund 0,6 Grad Celsius über dem Wert von 1990. Lassen sich die Emissionen an Treibhausgasen nicht reduzieren, erwärmt sich die Erde bis zum Jahr 2100 voraussichtlich um 1,4 bis 5,8 Grad Celsius. In der Kulturgeschichte der Menschheit, so das IPCC, wäre ein solcher Temperaturanstieg ohne Beispiel.1Wasserknappheit und Dürren auf der einen Seite, Überschwemmungen, abschmelzende Gletscher und ein Anstieg des Meeresspiegels um bis zu 88 Zentimeter, im Extremfall sogar eine Veränderung des Golfstroms, der das Klima in Europa beeinflusst – dies sind die Themen, mit denen sich die Menschen im 21. Jahrhundert aller Voraussicht nach in zunehmendem Maße auseinander setzen müssen. Die Kosten der Anpassung an die veränderten Klimaverhältnisse werden vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung für die Bundesrepublik Deutschland auch unter günstigen Bedingungen – angenommen wird hier eine „vorausschauende Planung“ – auf rund ein Prozent des Sozialprodukts geschätzt.
In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.