Ausgabe Mai 2003

Einführung in den Entwurf eines UNMOVIC-Arbeitsprogramms von Dr. Hans Blix vor dem Sicherheitsrat am 19. März 2003 (Wortlaut)

Die UNMOVIC [Überwachungs-, Verifikations- und Inspektionskommission der Vereinten Nationen] wurde durch die Resolution 1284 (1999) des Sicherheitsrates eingerichtet und fast drei Jahre später in die Lage versetzt, im Irak selbst Inspektionen durchzuführen.

Es mag seltsam erscheinen, dass wir den Entwurf eines Arbeitsprogramms erst jetzt vorlegen, nachdem wir bereits dreieinhalb Monate lang Inspektionen durchgeführt haben. Es gibt jedoch gute Gründe dafür, dass der Sicherheitsrat uns nach dem Beginn der Inspektionen etwas Zeit geben wollte, um dieses Programm vorzubereiten. Während der Monate, in denen wir unsere Ressourcen im Irak, in Larnaka und in New York aufgebaut und Inspektionen im Irak durchgeführt haben, haben wir – und das war ja auch der Sinn der Sache – sehr viel gelernt, das uns beim Entwurf unseres Arbeitsprogramms nützlich ist und uns hilft, die wichtigsten verbleibenden Aufgaben bei der Entwaffnung auszuwählen. Der Entwurf wäre ohne diese Kenntnisse und praktischen Erfahrungen schwierig gewesen.

Die in Resolution 1284 (1999) festgelegten Zeitvorgaben wurden dahingehend ausgelegt, dass das Arbeitsprogramm dem Sicherheitsrat spätestens am 27. März zur Genehmigung vorgelegt werden sollte. Um den Wünschen der Mitglieder des Sicherheitsrates entgegenzukommen, haben wir das vorläufige Arbeitsprogramm bereits am Montag dieser Woche zur Verfügung gestellt.

Sie haben etwa 21% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 79% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe März 2026

In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema Vereinte Nationen

80 Jahre UNO: Auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit?

von Jan Eijking

Am 24. Oktober feiern die Vereinten Nationen ihr 80. Jubiläum – doch Anlass zum Feiern gibt es kaum. Das UN-System befindet sich in einem bespiellos schlechten Zustand. In der aktuellen Krise zeigen sich strukturelle Probleme, die sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der UN ziehen.

Haiti: Die Herrschaft der Gangs und das Scheitern des Westens

von Katja Maurer

Gangs, die das Nationalgefängnis stürmen und alle Inhaftierten befreien; Gangs, die die Rückkehr des Regierungschefs von einer Auslandsreise verhindern und ihn damit stürzen – die Nachrichten aus Haiti reißen nicht ab und gruseln das weltweite Publikum.