Ausgabe Oktober 2003

Kinderspiele

Der erste Golfkrieg 1990 ging in die Mediengeschichte als gesichtsloser, bilderloser Kampf ein. Die damalige Koalition verhinderte jegliche Möglichkeit einer Imagination dieses Ereignisses und deshalb durften die Journalisten es nur als Video-Controlling automatischer Zielgeräte miterleben. Im Februar 2003, als George W.

Der erste Golfkrieg 1990 ging in die Mediengeschichte als gesichtsloser, bilderloser Kampf ein. Die damalige Koalition verhinderte jegliche Möglichkeit einer Imagination dieses Ereignisses und deshalb durften die Journalisten es nur als Video-Controlling automatischer Zielgeräte miterleben. Im Februar 2003, als George W. Bush den Irak erneut überfallen ließ, waren sie "eingebettet" dabei und beeilten sich zu versichern, dass es diesmal kein Videospiel sei – als wäre der erste Krieg eines gewesen.

Die seither geläufige Rede vom Videospiel, als das der Krieg erscheinen sollte, meint mit seiner Ent-Realisierung, Erträglich- Machung den Versuch, ihn einer skeptischen Weltöffentlichkeit zu verkaufen durch die bewusste Ausschaltung der Toten und Verwundeten, ja von Menschen, Individuen überhaupt, gleichgültig, ob Täter oder Opfer. Bei der Diskussion über die bewusste Annäherung der Kriegsrealität an die Cyberwelt der Videospiele wird oft übersehen, dass es eine symmetrische Gegenbewegung gibt.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2020

In der Februar-Ausgabe warnen die ehemaligen US-Politiker Ernest J. Moniz und Sam Nunn vor einem erneuten Wettrüsten zwischen Russland und den USA. Hans-Gerd Marian und Michael Müller von den NaturFreunden Deutschlands legen die braunen Linien der deutschen Umweltbewegung offen. Der Vorsitzende der SWP, Volker Perthes, fragt nach den Auswirkungen der jüngsten Spannungen zwischen den USA und Iran – auch und gerade für Europa. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die regierenden Hindu-Nationalisten Millionen Menschen zu Staatenlosen machen und so ein neues Kastensystem schaffen könnten. Und der Stadtforscher Paul Chatterton skizziert die Zukunft der klimaneutralen, nachhaltig produzierenden Stadt.

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