Ausgabe August 2004

Nicht nur Gewinner

Soziale Ungleichheit in Osteuropa

Anfang der 90er Jahre behauptete der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl, dass es in Folge der deutschen Wiedervereinigung keine Verlierer, aber viele Gewinner geben würde. Mehr als zehn Jahre später meint ganz ähnlich der für die Osterweiterung zuständige EU-Kommissar Günter Verheugen: "Es gibt überhaupt keine Erweiterungsverlierer."1

Die Osterweiterung der Europäischen Union ist ein historisches Großprojekt. Das konnte man während der Festakte zum Beitritt der zehn neuen Mitglieder oft hören. Selten dagegen war die Rede davon, was geschehen muss, damit dieses Großprojekt ein Erfolg wird. Voraussetzung dafür ist freilich, dass man nicht nur optimistische Erklärungen abgibt, sondern sich auch über die Probleme klar wird, die im Zuge der Osterweiterung zu erwarten sind.

Für die neuen Mitgliedsländer handelt es sich dabei um umfassende gesellschaftliche Transformations- und Modernisierungsprozesse. Diese sind im Kern immer ökonomische Vorgänge der Reallokation, das heißt Produktionsfaktoren werden anders gruppiert und in neue Verbindungen miteinander gebracht. Aber sie beschränken sich nicht auf die Wirtschaft, und zwar aus zwei Gründen.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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