Ausgabe Januar 2004

Afrika: Wann ist Hilfe eine Hilfe?

Der Spendenfluch

Alle Jahre wieder wird zu Weihnachten der katastrophalen Situation vor allem in Afrika Platz in den TV- und Print-Redaktionen eingeräumt, erleben wir konzertierte Spendenaufrufe der "Hilfsorganisationen", die an das Mitleid appellieren. Immer mal wieder werden Skandale offenbar, werden gespendete Gelder angeblich oder auch nicht veruntreut oder zweckemtfremdet, kommt die Hilfe nicht an.

Alle Jahre wieder wird zu Weihnachten der katastrophalen Situation vor allem in Afrika Platz in den TV- und Print-Redaktionen eingeräumt, erleben wir konzertierte Spendenaufrufe der "Hilfsorganisationen", die an das Mitleid appellieren. Immer mal wieder werden Skandale offenbar, werden gespendete Gelder angeblich oder auch nicht veruntreut oder zweckemtfremdet, kommt die Hilfe nicht an. Die Gretchenfrage aber bleibt ungestellt: Hilft die Hilfe, wenn sie ankommt? Kiflemariam Gebre-Wold, entwicklungspolitischer Gutachter und langjähriger Entwicklungshelfer in Afrika, beschreibt die fatale Spendenlogik, dass Spender Bettler benötigen, und plädiert engagiert für das Prinzip der Selbsthilfe. Jörg Goldberg, Wirtschaftswissenschaftler und sozialpolitischer Berater in Sambia, hingegen argumentiert, dass massiver Rückgang der arbeitsfähigen Bevölkerung als Folge von Aids und demographischen Veränderungen ein Umdenken in der Entwicklungspolitik erforderlich macht.

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