Ausgabe Januar 2004

Afrika: Wann ist Hilfe eine Hilfe?

Der Spendenfluch

Alle Jahre wieder wird zu Weihnachten der katastrophalen Situation vor allem in Afrika Platz in den TV- und Print-Redaktionen eingeräumt, erleben wir konzertierte Spendenaufrufe der "Hilfsorganisationen", die an das Mitleid appellieren. Immer mal wieder werden Skandale offenbar, werden gespendete Gelder angeblich oder auch nicht veruntreut oder zweckemtfremdet, kommt die Hilfe nicht an.

Alle Jahre wieder wird zu Weihnachten der katastrophalen Situation vor allem in Afrika Platz in den TV- und Print-Redaktionen eingeräumt, erleben wir konzertierte Spendenaufrufe der "Hilfsorganisationen", die an das Mitleid appellieren. Immer mal wieder werden Skandale offenbar, werden gespendete Gelder angeblich oder auch nicht veruntreut oder zweckemtfremdet, kommt die Hilfe nicht an. Die Gretchenfrage aber bleibt ungestellt: Hilft die Hilfe, wenn sie ankommt? Kiflemariam Gebre-Wold, entwicklungspolitischer Gutachter und langjähriger Entwicklungshelfer in Afrika, beschreibt die fatale Spendenlogik, dass Spender Bettler benötigen, und plädiert engagiert für das Prinzip der Selbsthilfe. Jörg Goldberg, Wirtschaftswissenschaftler und sozialpolitischer Berater in Sambia, hingegen argumentiert, dass massiver Rückgang der arbeitsfähigen Bevölkerung als Folge von Aids und demographischen Veränderungen ein Umdenken in der Entwicklungspolitik erforderlich macht.

Sie haben etwa 6% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 94% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Südsudan: Krieg im Patronagestaat

von Simone Schlindwein

Seit nunmehr drei Jahren tobt im Sudan ein brutaler Krieg zwischen dem sudanesischen Militär SAF und der paramilitärischen Miliz RSF mit ihren rivalisierenden Anführern General Abdelfatah al Burhan und General Mohammed Hamdan Daglo; mehre Millionen Menschen wurden seither innerhalb des eigenen Landes und in Nachbarländer vertrieben, Hunderttausende getötet.