Ausgabe Juli 2004

Lehrstück Ausbildungsplatzabgabe

"Wenn es eine gesellschaftliche Aufgabe gibt, die wir vor allen anderen lösen müssen, dann ist es die, für alle jungen Menschen eine qualifizierte Ausbildung sicherzustellen. Nur so gewinnen wir die junge Generation für unsere Gesellschaft, nur so sichern wir den Jugendlichen Teilhabe und die Möglichkeit, insbesondere ihre Berufschancen wahrnehmen zu können." Mit diesen beiden Sätzen leitete Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn am 1. April die Bundestagsdebatte in Berlin ein, die sich mit einem Gesetzentwurf der besonderen Art beschäftigten sollte. Es gilt, diese Worte festzuhalten und als Messlatte an ein Vorhaben anzulegen, dessen Titel so umständlich ist wie sein Zustandekommen: "Gesetz zur Sicherung und Förderung des Fachkräftenachwuchses und der Berufsbildungschancen der jungen Generation (Berufsausbildungssicherungsgesetz -BerASichG)". Im Parlament wurde das Gesetz von den Regierungsfraktionen durchgezogen. Zwei Wochen vor der endgültigen Verabschiedung lud der zuständige Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung 30 Sachverständige zu einer Anhörung von knapp vier Stunden. Der Sender "Phoenix" war dabei, schließlich bewegt das Thema "Ausbildungsplatzabgabe" die Medien und ihre Gestalter. Nach seiner Verabschiedung durch den Bundestag schob der Bundesrat das Gesetz kurzerhand in den Vermittlungsausschuss.

Sie haben etwa 5% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 95% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juli 2020

In der Juli-Ausgabe beleuchten der Historiker Ibram X. Kendi und die Soziologin Keeanga-Yamahtta Taylor die lange Tradition rassistischer Gewalt in den USA – und zeigen Wege aus dem amerikanischen Albtraum auf. Der Soziologe Gary Younge und der Journalist Marvin Oppong richten den Blick auf den Rassismus und die Polizeigewalt in Europa. Der Journalist Michael Pollan legt die brutale Effizienz der Lebensmittelindustrie offen – die uns alle buchstäblich krank macht. Und »Blätter«-Redakteur Albrecht von Lucke analysiert den steilen Aufstieg Markus Söders inmitten der Coronakrise - und dessen Chancen, nächster Bundeskanzler zu werden.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema