Ausgabe Juli 2004

Sudan zwischen Arabien und Afrika

Am 23. April erklärte Jan Egeland, der UN-Nothilfekoordinator für den Sudan, das schlimmste humanitäre Drama der Welt spiele sich zurzeit weder im Irak noch in den palästinensischen Territorien ab, sondern in Darfur. Tatsächlich hat sich seit Anfang des Jahres die Situation in der westsudanesischen Provinz dramatisch verschärft. Dabei ist der dortige offene Krieg nur Teil einer Reihe von Regionalkonflikten, die sich seit dem islamistischen Militärputsch vom Juni 1989 in der Peripherie des großflächigsten afrikanischen Landes verschärften. 1

Die Gründe dafür liegen nicht nur in der Arabisierungs- und Islamisierungspolitik des Regimes, die sich auch gegen marginalisierte islamische, aber nicht-arabische Minderheiten richtet, sondern auch im zunehmenden ökonomischen Gefälle zwischen der Zentralregion und den Randgebieten des Sudan. Während in den Zentren zumindest eine meist aus Angehörigen der Regierungspartei Nationale Islamische Front (NIF) rekrutierte Mittelschicht von der ökonomischen Liberalisierung, die dem Sudan auch die Anerkennung des Internationalen Währungsfonds sicherte,2 profitieren konnte, verschärfte sich die ökonomische Situation in den Randgebieten des Landes.

Sie haben etwa 13% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 87% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Januar 2026

In der Januar-Ausgabe skizziert der Journalist David Brooks, wie die so dringend nötige Massenbewegung gegen den Trumpismus entstehen könnte. Der Politikwissenschaftler Philipp Lepenies erörtert, ob die Demokratie in den USA in ihrem 250. Jubiläumsjahr noch gesichert ist – und wie sie in Deutschland geschützt werden kann. Der Politikwissenschaftler Sven Altenburger beleuchtet die aktuelle Debatte um die Wehrpflicht – und deren bürgerlich-demokratische Grundlagen. Der Sinologe Lucas Brang analysiert Pekings neue Friedensdiplomatie und erörtert, welche Antwort Europa darauf finden sollte. Die Journalistinnen Susanne Götze und Annika Joeres erläutern, warum die Abhängigkeit von Öl und Gas Europas Sicherheit gefährdet und wie wir ihr entkommen. Der Medienwissenschaftler Roberto Simanowski erklärt, wie wir im Umgang mit Künstlicher Intelligenz unsere Fähigkeit zum kritischen Denken bewahren können. Und die Soziologin Judith Kohlenberger plädiert für eine »Politik der Empathie« – als ein Schlüssel zur Bekämpfung autoritärer, illiberaler Tendenzen in unserer Gesellschaft.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema Afrika