Ausgabe Juli 2004

Sudan zwischen Arabien und Afrika

Am 23. April erklärte Jan Egeland, der UN-Nothilfekoordinator für den Sudan, das schlimmste humanitäre Drama der Welt spiele sich zurzeit weder im Irak noch in den palästinensischen Territorien ab, sondern in Darfur. Tatsächlich hat sich seit Anfang des Jahres die Situation in der westsudanesischen Provinz dramatisch verschärft. Dabei ist der dortige offene Krieg nur Teil einer Reihe von Regionalkonflikten, die sich seit dem islamistischen Militärputsch vom Juni 1989 in der Peripherie des großflächigsten afrikanischen Landes verschärften. 1

Die Gründe dafür liegen nicht nur in der Arabisierungs- und Islamisierungspolitik des Regimes, die sich auch gegen marginalisierte islamische, aber nicht-arabische Minderheiten richtet, sondern auch im zunehmenden ökonomischen Gefälle zwischen der Zentralregion und den Randgebieten des Sudan. Während in den Zentren zumindest eine meist aus Angehörigen der Regierungspartei Nationale Islamische Front (NIF) rekrutierte Mittelschicht von der ökonomischen Liberalisierung, die dem Sudan auch die Anerkennung des Internationalen Währungsfonds sicherte,2 profitieren konnte, verschärfte sich die ökonomische Situation in den Randgebieten des Landes.

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Aktuelle Ausgabe Januar 2020

In der Januar-Ausgabe warnt der Journalist Alexander Hurst vor einem drohenden Bürgerkrieg in den USA, sollte Donald Trump eine Abwahl in einem Jahr nicht akzeptieren. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die Hindu-Nationalisten die innere Vielfalt Indiens bekämpfen und selbst vor kriegerischen Mitteln nicht halt machen. »Blätter«-Redakteurin Julia Schweers beleuchtet den Generationenkonflikt, der in Afrika zu einer dritten kontinentalen Protestwelle führen könnte. Der Soziologe Mathias Greffrath fordert die Abkehr vom Mantra des ständigen Wachstums, um dem »Zeitalter der Verwüstung« ein Ende zu setzen. Und »Blätter«-Mitherausgeber Micha Brumlik analysiert die antisemitische Kontinuität von der DDR bis ins heutige Ostdeutschland.

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