Ausgabe März 2004

Ein Jahr Agenda 2010

Die Rhetorik der Reformlegenden

Mit seiner Regierungserklärung vom 14. März 2003 skizzierte Bundeskanzler Schröder den Rahmen seiner weiteren Reformvorhaben, die sogenannte "Agenda 2010" (vgl. Dokumente "Blätter" 5/2003, S. 616 – 624). Bis zum Jahresende 2003 wurden umfangreiche Gesetzespakete in den Bereichen Renten, Steuern und Gesundheit verabschiedet, die zum Teil erhebliche Belastungen der Arbeitnehmer mit sich brachten.

Mit seiner Regierungserklärung vom 14. März 2003 skizzierte Bundeskanzler Schröder den Rahmen seiner weiteren Reformvorhaben, die sogenannte "Agenda 2010" (vgl. Dokumente "Blätter" 5/2003, S. 616 – 624). Bis zum Jahresende 2003 wurden umfangreiche Gesetzespakete in den Bereichen Renten, Steuern und Gesundheit verabschiedet, die zum Teil erhebliche Belastungen der Arbeitnehmer mit sich brachten. Ein Jahr nach der Rede des Bundeskanzlers gilt es, die "Reformen" bilanzierend zu hinterfragen, insbesondere ihre legitimatorischen Prämissen. Eckehard F. Rosenbaum analysiert, mit welchen unbegründeten Annahmen explizit operiert wird; Herbert Schui zeichnet das Menschenbild nach, welches der Agenda implizit zugrunde liegt. Seit Ende vergangenen Jahres steht die Debatte um eine große Steuerreform im Mittelpunkt der Reformdiskussionen von Regierung und Opposition. Rudolf Hickel umreißt abschließend ein mögliches alternatives Leitbild. – D. Red.

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In der Mai-Ausgabe zeigen Alexander Cooley und Daniel Nexon, wie die Trump-Regierung ihre geopolitische Macht systematisch in privaten Gewinn ummünzt – zum Schaden für Rechtsstaat und Demokratie. August Pradetto plädiert für eine entschiedene – auch rhetorische – Verteidigung des Völkerrechts gegenüber der wachsenden Gruppe jener Staaten, die auf die Macht des Stärkeren setzen. Klaus Naumann beleuchtet die Debatte um die Wehrpflicht und fragt, wie sich der Frieden in Europa künftig verteidigen lässt. In einer Welt, in der Heimatverlust zu einer universellen Erfahrung geworden ist, sucht Ece Temelkuran nach neuen Formen von Gemeinsamkeit und Handlungsmacht. Antje Schrupp zeigt, wie rechte Frauen mit traditionalistischen Frauenbildern den autoritären Aufstieg befördern. Sonja Peteranderl warnt vor den Risiken von Zyklus-Apps in Zeiten des Rechtsrucks. Inken Behrmann beleuchtet den auch hierzulande längst entbrannten Kampf um die immer knapper werdende Ressource Wasser. Markus Wissen sieht im radikalen Reformismus eine Strategie gegen den Krisenkapitalismus. Und Karin König erinnert an den Film »Die Mörder sind unter uns« als Schlüsselwerk der deutschen Nachkriegsgeschichte und die Biografie seines Hauptdarstellers Ernst Wilhelm Borchert. 

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