Ausgabe Februar 2005

Erfolgreiches Scheitern

Der IWF in Südkorea

Über die Strukturanpassungsprogramme des Internationalen Währungsfonds (IWF) wird aufgrund ihrer oft verheerenden wirtschaftlichen, sozialen und politischen Folgen gestritten. Die Jahrestreffen des IWF sind daher nicht von ungefähr wichtige Orte des Protests der globalisierungskritischen Bewegung - zumindest dann, wenn sie in Ländern mit Demonstrations- und Meinungsfreiheit stattfinden.

Der IWF preist seine Strukturanpassung (SAP) in Südkorea, die im Zuge der Asienkrise vom Dezember 1997 bis zum Dezember 2000 implementiert wurde, als großen Erfolg. 1 Aus dieser Sicht belegt das "Modell Südkorea", dass erfolgreiche SAP möglich sei und Probleme in anderen Ländern primär auf endogene Faktoren oder mangelhafte Umsetzung zurückzuführen seien - und nicht auf Zielsetzung und Programmatik der SAP. Widerlegt also die angeblich erfolgreiche SAP in Südkorea die Kritik an IWF und neoliberaler Globalisierung? Ist Südkorea wirklich ein Modell für eine erfolgreiche SAP? Ist die vergleichsweise erfolgreiche Überwindung der Krise in Südkorea auf das wirtschaftsliberale IWF-Programm zurückzuführen?

Sowohl der Umfang des wirtschaftlichen Einbruchs im Zuge der Asienkrise 1997/98 als auch der erfolgreiche wirtschaftliche Wiederaufschwung Südkoreas seit 1999 sind erstaunlich. 2 Ende 1997 geriet das Land in den Strudel der Asienkrise.

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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