Ausgabe Februar 2005

Sudan - Der Staat als Warlord

Die anhaltend grauenhaften Berichte über die Folgen der Naturkatastrophe in Süd- und Südostasien wurden von einer Meldung unterbrochen, die das Ende einer anderen, allerdings menschengemachten "Katastrophe" zu versprechen scheint: Im Sudan schlossen die Regierung und die Sudanese People's Liberation Army (SPLA) zu Beginn des Jahres ein Friedensabkommen und beendeten damit den seit 1983 andauernden Bürgerkrieg zwischen dem Norden und Süden des Landes.

Über die Friedensbotschaft droht jedoch in Vergessenheit zu geraten, dass die Kämpfe in anderen Teilen des Landes weiter anhalten. Die westliche Region Darfur ist nach wie vor von umherziehenden Banden beherrscht; hier geht das Morden ungehindert weiter. Die humanitäre Krise hat sich zu Jahresbeginn 2005 sogar noch verschärft, da sich die UNO nach erneuten Kampfhandlungen zwischen Guerilla und Regierungstruppen um die Stadt Ghubaysh Ende 2004 aus Darfur zurückzog. Damit können rund 260 000 im eigenen Lande Vertriebene nicht mehr versorgt werden.

In den vergangenen Monaten waren die internationalen Hilfsorganisationen zunehmend ins Visier der sudanesischen Regierung geraten. Der sudanesische Präsident al-Bashir erklärte im Dezember 2004, dass die wirkliche Gefahr im Sudan von internationalen Nichtregierungsorganisationen (NGOs) ausgehe, denen die sudanesische Regierung immer wieder Missionsbestrebungen vorgeworfen hatte.

Sie haben etwa 6% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 94% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2020

In der April-Ausgabe analysiert der Politikwissenschaftler Ulrich Menzel, wie die Corona-Krise die große Erzählung vom Segen der Globalisierung endgültig entzaubert. Der Ökonom Thomas Piketty widmet sich der Ideologie der Ungleichheit und zeigt: Das Aufstiegsversprechen westlicher Gesellschaften ist nicht länger tragfähig. Der Historiker Yoni Appelbaum erkennt im demographischen Wandel in den USA einen zentralen Treiber für den wachsenden Hass in der amerikanischen Gesellschaft. Der Migrationsforscher Mark Terkessidis geht den kolonialen Wurzeln des Rassismus auf den Grund. Und die Juristin und »Blätter«-Mitherausgeberin Rosemarie Will würdigt die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Suizidassistenz.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema