Ausgabe Januar 2005

Wahl und Alternative

Was sich im Frühjahr 2004 unter dem Eindruck der ersten öffentlichen Diskussionen über die mutmaßlichen Folgen von Hartz IV und der ungebrochenen Abfolge sozialdemokratischer Wahlniederlagen zunächst noch vage angedeutet hatte, ist zum Jahresende konkretisiert worden: Bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen wird eine neue Linkspartei antreten. Wie groß aber sind die Erfolgsaussichten der "Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit"? Dafür gilt es zunächst zu klären, aus welchen Veränderungen im Verhältnis zwischen Parteien und Wählerschaft die "Wahlalternative" hervorgegangen ist.

Im deutschen Parteiensystems hat sich seit 1999 ein Kulturbruch vollzogen, der in seiner Tragweite noch gar nicht abzuschätzen ist. Den Kern dieses Wandels bildet ironischerweise der von der SPD unter Gerhard Schröder und Franz Müntefering forcierte Abschied von der "Sozialdemokratisierung" der Bundesrepublik. Diese "Sozialdemokratisierung" mit ihrer Hinwendung zum Sozialstaat und Orientierung an der Verteilungsgerechtigkeit als Verheißung einer demokratischen Gesellschaft war die wichtigste Säule politischer Legitimität und Stabilität in den deutschen Nachkriegsjahrzehnten.

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Aktuelle Ausgabe Januar 2026

In der Januar-Ausgabe skizziert der Journalist David Brooks, wie die so dringend nötige Massenbewegung gegen den Trumpismus entstehen könnte. Der Politikwissenschaftler Philipp Lepenies erörtert, ob die Demokratie in den USA in ihrem 250. Jubiläumsjahr noch gesichert ist – und wie sie in Deutschland geschützt werden kann. Der Politikwissenschaftler Sven Altenburger beleuchtet die aktuelle Debatte um die Wehrpflicht – und deren bürgerlich-demokratische Grundlagen. Der Sinologe Lucas Brang analysiert Pekings neue Friedensdiplomatie und erörtert, welche Antwort Europa darauf finden sollte. Die Journalistinnen Susanne Götze und Annika Joeres erläutern, warum die Abhängigkeit von Öl und Gas Europas Sicherheit gefährdet und wie wir ihr entkommen. Der Medienwissenschaftler Roberto Simanowski erklärt, wie wir im Umgang mit Künstlicher Intelligenz unsere Fähigkeit zum kritischen Denken bewahren können. Und die Soziologin Judith Kohlenberger plädiert für eine »Politik der Empathie« – als ein Schlüssel zur Bekämpfung autoritärer, illiberaler Tendenzen in unserer Gesellschaft.

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2026 jährt sich die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten zum 250. Mal. Sie ist neben der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte von 1789 das wohl wichtigste Dokument der politischen Moderne. Mit der Herrschaft von Donald Trump stellt sich die Frage, ob die Demokratie in den USA noch gesichert ist.