Algerien, so will es seine Regierung, soll endlich ein anerkannter Bestandteil der Weltwirtschaftsordnung werden. Bisher wurde das Land vorwiegend als Rohstofflieferant für Rohöl und Erdgas, kaum aber als wirtschaftlicher Akteur wahrgenommen. Nunmehr versucht der nordafrikanische Staat, auch potenzielle Investoren anzulocken und sich als attraktiven Anlageort anzupreisen. In der Regel konnte er bisher nur mäßigen Erfolg verbuchen, da westliche Unternehmen und multinationale Konzerne in den vergangenen Jahren nur geringes Interesse zeigten, in Algerien zu investieren, sondern das Land eher als reinen Absatzmarkt für ihren Produktüberschuss zu nutzen versuchen. Letzteren werden sie in Algerien in der Regel bequem los, da ein Großteil der einheimischen wirtschaftlichen Akteure im Sektor der als Trabendo bezeichneten Schattenwirtschaft – die sich in den 80er Jahren im damaligen staatssozialistischen Wirtschafts- und Gesellschaftssystems etablierte – tätig sind. Dieser Teil der Privatbourgeoisie lebt davon, dass er importiert. Bedeutende Teile dieser Einfuhren sind illegal, können aber deshalb ungebremst erfolgen, weil hohe Militärs oder Staatsbürokraten ihre schützende Hand über Protégés aus dem "informellen" Privatsektor halten und dabei selbst abkassieren. Bisher profitieren viele internationale Unternehmen von diesen Verhältnissen und zeigen keine sonderliche Neigung, darüber hinaus wirtschaftlich in Algerien aktiv zu werden.
Der 30. Juni 2026 war ein denkwürdiger Tag in Südafrika. Bis zu dieser Deadline sollten alle illegalen Migrant:innen Südafrika verlassen haben, hatten die Organisatoren des für dieses Datum ausgerufenen Protesttags zuvor wochenlang und zunehmend lautstark gefordert.