Ausgabe März 2005

Shell in Nigeria und Exxon in Aceh:

Transnationale Konzerne im Bürgerkrieg

Spätestens seit dem Ende des Ost-West-Konfliktes ist die stetig wachsende Zahl von Bürgerkriegen in den Fokus der Medien geraten.1 Die Gewalt in diesen blutigen Konflikten wird üblicherweise als ein innerstaatliches, "hausgemachtes" Problem dargestellt. Schon die Begriffe "Bürgerkrieg" und "innerstaatlicher Konflikt" suggerieren dabei die Abstinenz äußerer Einflussnahme.

Spätestens seit dem Ende des Ost-West-Konfliktes ist die stetig wachsende Zahl von Bürgerkriegen in den Fokus der Medien geraten.1 Die Gewalt in diesen blutigen Konflikten wird üblicherweise als ein innerstaatliches, "hausgemachtes" Problem dargestellt. Schon die Begriffe "Bürgerkrieg" und "innerstaatlicher Konflikt" suggerieren dabei die Abstinenz äußerer Einflussnahme. Kaum Beachtung findet dagegen die Rolle externer Akteure, insbesondere von transnationalen Konzernen (TNK).2 Diese gerieren sich gerne als am Konfliktgeschehen unbeteiligte, "neutrale" Wirtschaftsakteure. Faktisch verfolgen sie jedoch keineswegs nur wirtschaftliche Interessen, im Gegenteil: Nicht selten sind TNK direkt am Kriegsgeschehen beteiligt.

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Aktuelle Ausgabe Mai 2020

In der Mai-Ausgabe analysiert der Historiker Adam Tooze das radikal Neue der Coronakrise, deren ökonomische Folgen uns noch auf Jahrzehnte beschäftigen werden. Die Politikwissenschaftler Kurt M. Campbell und Rush Doshi zeigen, wie sich China im Kampf gegen die Pandemie als neue globale Führungsmacht positioniert – vor allem gegen die USA. Der Historiker Yuval Noah Harari mahnt, dass wir Herausforderungen wie Covid-19 nur in globaler Kooperation bewältigen können. „Blätter“-Redakteur Albrecht von Lucke erörtert, wie sich die Demokratie gegen den Ausnahmezustand bewähren kann – und muss. Und Simone Schlindwein, Ellen Ehmke, Jessé Souza sowie Franziska Fluhr widmen sich den Folgen der Coronakrise für den globalen Süden.

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