Ausgabe März 2005

Shell in Nigeria und Exxon in Aceh:

Transnationale Konzerne im Bürgerkrieg

Spätestens seit dem Ende des Ost-West-Konfliktes ist die stetig wachsende Zahl von Bürgerkriegen in den Fokus der Medien geraten.1 Die Gewalt in diesen blutigen Konflikten wird üblicherweise als ein innerstaatliches, "hausgemachtes" Problem dargestellt. Schon die Begriffe "Bürgerkrieg" und "innerstaatlicher Konflikt" suggerieren dabei die Abstinenz äußerer Einflussnahme.

Spätestens seit dem Ende des Ost-West-Konfliktes ist die stetig wachsende Zahl von Bürgerkriegen in den Fokus der Medien geraten.1 Die Gewalt in diesen blutigen Konflikten wird üblicherweise als ein innerstaatliches, "hausgemachtes" Problem dargestellt. Schon die Begriffe "Bürgerkrieg" und "innerstaatlicher Konflikt" suggerieren dabei die Abstinenz äußerer Einflussnahme. Kaum Beachtung findet dagegen die Rolle externer Akteure, insbesondere von transnationalen Konzernen (TNK).2 Diese gerieren sich gerne als am Konfliktgeschehen unbeteiligte, "neutrale" Wirtschaftsakteure. Faktisch verfolgen sie jedoch keineswegs nur wirtschaftliche Interessen, im Gegenteil: Nicht selten sind TNK direkt am Kriegsgeschehen beteiligt.

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Aktuelle Ausgabe Juli 2020

In der Juli-Ausgabe beleuchten der Historiker Ibram X. Kendi und die Soziologin Keeanga-Yamahtta Taylor die lange Tradition rassistischer Gewalt in den USA – und zeigen Wege aus dem amerikanischen Albtraum auf. Der Soziologe Gary Younge und der Journalist Marvin Oppong richten den Blick auf den Rassismus und die Polizeigewalt in Europa. Der Journalist Michael Pollan legt die brutale Effizienz der Lebensmittelindustrie offen – die uns alle buchstäblich krank macht. Und »Blätter«-Redakteur Albrecht von Lucke analysiert den steilen Aufstieg Markus Söders inmitten der Coronakrise - und dessen Chancen, nächster Bundeskanzler zu werden.

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