Ausgabe März 2005

Shell in Nigeria und Exxon in Aceh:

Transnationale Konzerne im Bürgerkrieg

Spätestens seit dem Ende des Ost-West-Konfliktes ist die stetig wachsende Zahl von Bürgerkriegen in den Fokus der Medien geraten.1 Die Gewalt in diesen blutigen Konflikten wird üblicherweise als ein innerstaatliches, "hausgemachtes" Problem dargestellt. Schon die Begriffe "Bürgerkrieg" und "innerstaatlicher Konflikt" suggerieren dabei die Abstinenz äußerer Einflussnahme.

Spätestens seit dem Ende des Ost-West-Konfliktes ist die stetig wachsende Zahl von Bürgerkriegen in den Fokus der Medien geraten.1 Die Gewalt in diesen blutigen Konflikten wird üblicherweise als ein innerstaatliches, "hausgemachtes" Problem dargestellt. Schon die Begriffe "Bürgerkrieg" und "innerstaatlicher Konflikt" suggerieren dabei die Abstinenz äußerer Einflussnahme. Kaum Beachtung findet dagegen die Rolle externer Akteure, insbesondere von transnationalen Konzernen (TNK).2 Diese gerieren sich gerne als am Konfliktgeschehen unbeteiligte, "neutrale" Wirtschaftsakteure. Faktisch verfolgen sie jedoch keineswegs nur wirtschaftliche Interessen, im Gegenteil: Nicht selten sind TNK direkt am Kriegsgeschehen beteiligt.

Sie haben etwa 5% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 95% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Weitere Artikel zum Thema

Krieg im Kongo: Trump und der gordische Knoten

von Simone Schlindwein

Heute gelingt uns das, woran so viele andere gescheitert sind«, prahlte Donald Trump im Dezember 2025, als Kongos Präsident Felix Tshisekedi und dessen ruandischer Amtskollege Paul Kagame zur Unterzeichnung eines Friedensvertrages im Weißen Haus eintrafen.

Südsudan: Krieg im Patronagestaat

von Simone Schlindwein

Seit nunmehr drei Jahren tobt im Sudan ein brutaler Krieg zwischen dem sudanesischen Militär SAF und der paramilitärischen Miliz RSF mit ihren rivalisierenden Anführern General Abdelfatah al Burhan und General Mohammed Hamdan Daglo; mehre Millionen Menschen wurden seither innerhalb des eigenen Landes und in Nachbarländer vertrieben, Hunderttausende getötet.