Ausgabe November 2005

Gesamtdeutscher Ausverkauf

Von der Treuhand zu Public-Private-Partnership

Mit großen Worten wurde vor kurzem der 15. Jahrestag der deutschen Einheit begangen – wenn auch getrübt durch die sich häufenden Misserfolgsmeldungen. Zu offensichtlich ist, dass die desaströsen Folgen der DDR-Privatisierung nach bisheriger Logik nicht reparierbar sind. Was dabei aber allzu gern übersehen wird: Dies gilt inzwischen auch für die Privatisierung in Westdeutschland.Mit großen Worten wurde vor kurzem der 15. Jahrestag der deutschen Einheit begangen – wenn auch getrübt durch die sich häufenden Misserfolgsmeldungen. Zu offensichtlich ist, dass die desaströsen Folgen der DDR-Privatisierung nach bisheriger Logik nicht reparierbar sind. Was dabei aber allzu gern übersehen wird: Dies gilt inzwischen auch für die Privatisierung in Westdeutschland. Die öffentlichen Haushalte sind nach den auch hier in den vergangenen 15 Jahren erfolgten Privatisierungen stärker verschuldet als zuvor, und die versprochenen Vorteile für die Bürgerinnen und Bürger sind nicht eingetreten. Die Privatisierung der DDR bedeutet somit nicht nur den Anfang des Abbaus Ost, sondern auch den Einstieg in die fatale Privatisierungsgeschichte der alten Bundesländer.

 

Mit dem Treuhandgesetz wurde die Treuhandanstalt zum 17. Juni 1990 Eigentümerin des DDR-Vermögens. „Das volkseigene Vermögen ist zu privatisieren“, hieß es in Paragraph 1.

Sie haben etwa 4% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 96% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Februar 2020

In der Februar-Ausgabe warnen die ehemaligen US-Politiker Ernest J. Moniz und Sam Nunn vor einem erneuten Wettrüsten zwischen Russland und den USA. Hans-Gerd Marian und Michael Müller von den NaturFreunden Deutschlands legen die braunen Linien der deutschen Umweltbewegung offen. Der Vorsitzende der SWP, Volker Perthes, fragt nach den Auswirkungen der jüngsten Spannungen zwischen den USA und Iran – auch und gerade für Europa. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die regierenden Hindu-Nationalisten Millionen Menschen zu Staatenlosen machen und so ein neues Kastensystem schaffen könnten. Und der Stadtforscher Paul Chatterton skizziert die Zukunft der klimaneutralen, nachhaltig produzierenden Stadt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Hellsicht in Zeiten des Umbruchs

von Christopher Resch

Sie sind nicht zu beneiden, die Experten, die Inhaber hoher internationaler Posten, die weißen Männer des Westens. Sozialisiert im Kalten Krieg, müssen sie miterleben, wie das Bündnis zwischen Europa und den USA wankt, das Systemdenken zerbricht, der Grund ihres Handelns ins Schwanken gerät.