Ausgabe Oktober 2005

Musik und Metropole

Die kreative Klasse und die Politik der Ermöglichung

„Es gibt viele Wege, aber alle führen nach Berlin“ – in diesem Stil wird seit geraumer Zeit in der Musikbranche die metropolitane Werbetrommel gerührt.(1) Und in der Tat: Berlin hat sich in den letzten Jahren, der eigenen wirtschaftlichen Rezession zum Trotz, zu einem dynamischen Ort für die Musikproduktion entwickelt. Seit einiger Zeit wird die Stadt sogar als „Musikhauptstadt“ gefeiert. Nicht nur Daniel Barenboim und Sir Simon Rattle, sondern auch die experimentelle elektronische Musik- und Clubszene sowie Popmusiker aus dem Bereich der elektronischen Musik (wie Wir sind Helden, Mia oder 2raumwohnung) oder des Hip Hop (wie die Rapper Kool Savas, Sido und Fler) haben Berlin zu einem Anziehungspunkt für die Kunstund Kulturszene gemacht.

Mit dem Umzug von Universal Music, MTV, PopKomm, den Verbänden der Tonträgerindustrie und weiterer Akteure ist Berlin zu einer „World Media City“ aufgestiegen.(2) Dies ist für die Stadt von zentraler Bedeutung, da die Kulturwirtschaft eine der Schlüsselindustrien des flexiblen Kapitalismus darstellt und damit als Hoffnungsträger der Wirtschaftsentwicklung gilt.

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Aktuelle Ausgabe März 2020

In der März-Ausgabe analysieren der Ökonom James K. Galbraith, der »Blätter«-Mitherausgeber Claus Leggewie und der Historiker Paul M. Renfro, wie die US-Demokraten Donald Trump bei der Präsidentschaftswahl im November schlagen könnten. Die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann plädiert für die Wiederaneignung des Nationenbegriffs, den sie nicht den Rechten überlassen möchte. Der Umweltaktivist Bill McKibben setzt auf die Kraft der Sonne und des gewaltfreien Protests, um die Klimakrise noch aufzuhalten. Und die Soziologin Christa Wichterich beobachtet eine neue Welle transnationaler feministischer Bewegungen im Kampf für Geschlechtergerechtigkeit.

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