Ausgabe September 2006

Polens neue Armut

Über Polen kann man derzeit nur staunen. Derweil sich seine politische Führungsspitze über virtuelle Kartoffeln ereifert,1 können sich wachsende Teile der Bevölkerung letztere im realen Leben kaum mehr leisten. Als 1989 am Runden Tisch die Transformation des politischen und ökonomischen Systems beschlossen wurde, hatten alle auf die schnell wirkenden Wunder der Marktwirtschaft gehofft.

Über Polen kann man derzeit nur staunen. Derweil sich seine politische Führungsspitze über virtuelle Kartoffeln ereifert,1 können sich wachsende Teile der Bevölkerung letztere im realen Leben kaum mehr leisten.

Als 1989 am Runden Tisch die Transformation des politischen und ökonomischen Systems beschlossen wurde, hatten alle auf die schnell wirkenden Wunder der Marktwirtschaft gehofft. Binnen kurzer Zeit sollte die bittere Medizin der Betriebsschließungen dem Land eine gesunde Zukunft und Wohlstand eröffnen. Mittlerweile zeigt sich jedoch – trotz regionaler und schichtspezifischer Unterschiede – ein fortgesetzter Krankheitsverlauf mit chronischen Anzeichen. Neben den oberschlesischen Bergbaugebieten sowie einzelnen von Schwerindustrie geprägten Regionen sind vor allem die landwirtschaftlichen Regionen Nordostpolens von dauerhafter Verarmung betroffen.

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