Ausgabe April 2007

China versus USA: Der neue Kampf um Afrika

In den letzten Jahren hat in Afrika eine gewaltige Verschiebung der Einflusssphären interessierter Mächte stattgefunden: Nachdem Russland in Folge des Zerfalls der Sowjetunion seine Interessen auf dem Kontinent zurückstellte, entstand in manchen Regionen kurzzeitig ein machtpolitisches Vakuum. Seit Ende der 90er Jahre wird diese Situation abgelöst durch einen neuen Scramble for Africa.

Besonders betroffen ist das erdölreiche subsaharische Afrika. Hier liegen 5,1 Prozent der Weltölvorräte. Allein im Golf von Guinea befinden sich nahezu 36 Mrd. Barrel Erdöl, was 70 Prozent der afrikanischen Reserven entspricht – mit guten Steigerungsmöglichkeiten der gegenwärtigen Förderung. So könnte die Produktion von 3,4 Mio. Barrel pro Tag (bpd) im Jahre 2004 auf 7,4 Mio. bpd 2010 ausgebaut werden. Die höchste Steigerung wird dabei in Nigeria, Tschad, Angola und Äquatorial-Guinea erwartet.1

2006 war Nigeria mit 3,1 Mio. bpd der größte Ölproduzent im subsaharischen Afrika, Angola, mit 1,4 Mio. bpd der zweitgrößte. Auf den ersten Blick scheint die Situation in beiden Staaten ähnlich.

Sie haben etwa 6% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 94% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juli 2020

In der Juli-Ausgabe beleuchten der Historiker Ibram X. Kendi und die Soziologin Keeanga-Yamahtta Taylor die lange Tradition rassistischer Gewalt in den USA – und zeigen Wege aus dem amerikanischen Albtraum auf. Der Soziologe Gary Younge und der Journalist Marvin Oppong richten den Blick auf den Rassismus und die Polizeigewalt in Europa. Der Journalist Michael Pollan legt die brutale Effizienz der Lebensmittelindustrie offen – die uns alle buchstäblich krank macht. Und »Blätter«-Redakteur Albrecht von Lucke analysiert den steilen Aufstieg Markus Söders inmitten der Coronakrise - und dessen Chancen, nächster Bundeskanzler zu werden.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Afrika: Die zweifache Katastrophe

von Simone Schlindwein

Es sind grausame Szenarien, die für Afrika projiziert werden. Von „zehn Millionen Toten“ durch das Coronavirus auf dem Kontinent warnte Microsoft-Gründer Bill Gates bereits im Februar: Ein massiver Ausbruch würde die ohnehin maroden Gesundheitssysteme Afrikas „überwältigen“ und dadurch zu einem Massensterben führen, erklärte er. Die Warnung Gates‘ kam nur wenige Stunden bevor in Ägypten der erste Covid-19-Fall auf dem Kontinent bestätigt wurde. Seitdem breitet sich das Virus stetig weiter gen Süden aus und mit ihm auch die Angst.