Ausgabe August 2007

Unternehmen in der Pflicht

Seit Anfang dieses Jahrzehnts gibt es eine ständig wachsende Zahl von (Groß-)Unter nehmen, die sich unter der Überschrift Corporate Social Responsibility für die freiwillige Einhaltung von Verhaltenskodizes einsetzen.1 Doch in der breiten Öffentlichkeit ist CSR – wie es in der Fachdiskussion oft abgekürzt verwendet wird – überwiegend nicht bekannt. Bei einer Befragung des Instituts Markt-Umwelt-Gesellschaft (imug) gaben fast 80 Prozent der befragten Verbraucher an, den Begriff noch nie gehört zu haben.2 Umso mehr bedarf es einer kritischen Bestandsaufnahme des vermeintlich so vertrauenserweckenden Konzepts.

Die bisherige deutsche Diskussion wurde vor allem von der Europäischen Kommission beeinflusst. Mit der Lissabon- Strategie vom März 2000 zur wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Erneuerung der Europäischen Union wurde das Thema erstmals auf die europäische Agenda gesetzt. Im Grünbuch 2001 wurde CSR als ein Konzept definiert, das den Unternehmen dazu dient, auf freiwilliger Basis soziale und ökologische Belange in ihren Produktionsprozessen zu integrieren.3

Die meisten Unternehmen entscheiden sich vor allem aus zwei Gründen für die freiwillige Beteiligung an CSR: Immer wieder wird in den Medien über Kinderarbeit, Hungerlöhne, unmenschliche Arbeits- und Produktionsbedingungen sowie umweltbedingte Katastrophen in den Entwicklungsländern berichtet, auf die zu reagieren sich die Konzerne in wachsendem Maße gezwungen sehen.

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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