Ausgabe Juli 2007

Für immer abgehängt: Das Ende der sozialen Mobilität

Keineswegs beiläufig, sondern an zentraler Stelle sprach im Oktober vergangenen Jahres der SPD-Vorsitzende Kurt Beck in einem Interview von „Unterschichten“. Gemeint waren jene „armen Familien“ in der Bundesrepublik, „die keinerlei Hoffnung mehr haben, den Aufstieg zu schaffen“ und sich mit ihrem sozialen Abstieg abgefunden hätten. „Manche“, so Beck weiter, „nennen es ‚Unterschichten-Problem‘.“1

Der Wirkung zufolge war ein „Unwort“ ausgesprochen worden. Wochenlang beherrschte die daraufhin losbrechende Debatte die Medien. Mehr als alles andere fand dabei Beachtung, dass hier ein Begriff seine Wiederauferstehung feierte, der längst vergessen schien. Zwar nannte kurz darauf der Bundesminister für Arbeit und Soziales, Franz Müntefering, offenbar besorgt um das Ansehen der SPD, die „Unterschichten“ eine bloße Erfindung „weltfremder Soziologen“. Doch an der Realität wachsender Armut und sozialer Ungleichheit ändert dies nichts. Mehr noch – die von den gescholtenen Soziologen schon länger verkündete Botschaft lautet: Was bisher als Problem der sogenannten Unterschichten wahrgenommen wurde, ist bis in die Mitte der Gesellschaft vorgedrungen: Armut, Statusverlust und Deklassierung.

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