Ausgabe Juni 2007

Nicolas Sarkozy - Präsident der Jugend?

Nicolas Sarkozy, der neue französische Präsident, steht nicht zuletzt in der Innenpolitik vor großen Herausforderungen. Es liegt keine zwei Jahre zurück, dass die Gewalt in den Vorstädten eskalierte und die Regierung den nationalen Notstand ausrufen musste – auch deshalb, weil der damalige Innenminister Sarkozy mit seiner radikalen Rhetorik Öl ins Feuer gegossen hatte. Nur Wochen später rebellierten große Teile der Jugend gegen die Einführung eines Gesetzes, das die hohe Arbeitslosigkeit der Jugendlichen durch niedrigere Löhne bekämpfen sollte. Zwischen Politik, Staat und Jugend waren tiefe Gräben aufgerissen.

Der neue Präsident wird nun einiges tun müssen, um diese Gräben zu überwinden und die Jugend seines Landes für sich zu gewinnen. Sarkozy hat zwar durchaus Zustimmung in allen Teilen der Bevölkerung finden können, doch in den Wahlergebnissen spiegelt sich ein Generationenkonflikt. „Die Jungen wählen Royal, die Älteren Sarkozy,“ fasste „Le Monde“ den Wahlausgang zusammen. Bei den Rentnern erzielte Sarkozy im ersten Wahlgang 40 Prozent Zustimmung, bei den über 65 Jahre alten Wählerinnen und Wählern lag der konservative Kandidat sogar an der Grenze zur absoluten Mehrheit.

Vor allem durch die Mobilisierung der Erstwähler erreichten die Präsidentschaftswahlen eine Rekordbeteiligung.

Sie haben etwa 14% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 86% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Alternativen zum Geist der Ausbeutung

von Mariana Mazzucato

Während das Weltwirtschaftsforum in Davos unter dem Motto »A Spirit of Dialogue« (Ein Geist des Dialogs) tagt, haben die USA die Kontrolle über die Ölinfrastruktur Venezuelas übernommen und eine »unbefristete« amerikanische Verwaltung der Erdölreserven des Landes eingerichtet.