Ausgabe Dezember 2008

Krieg gegen Piraten

In der weltweiten öffentlichen Wahrnehmung wird Somalia seit gut einem Jahr fast ausschließlich im Zusammenhang mit Piratenangriffen auf Touristenjachten und Handelsschiffe genannt. Insbesondere die Entführung französischer und deutscher Segler im Frühjahr dieses Jahres heizte die Diskussion um das zunehmende Piratenproblem an. Seither überschlagen sich die Meldungen über Angriffe und Entführungen von Schiffen in der Meerenge des Golfs von Aden – gepaart mit der Forderung, endlich entschlossen militärisch gegen die Piraten vorzugehen.1

Nach einem Angriff auf einen Frachter, der für das World Food Program Hilfsgüter nach Somalia liefern sollte, beschloss der UN-Sicherheitsrat mit Zustimmung der somalischen Übergangsregierung am 2. Juni d.J. die Resolution 1816. Diese ermächtigt die Staaten, Piraten auch in somalischen Gewässern (also innerhalb der Zwölfmeilenzone) zu verfolgen und aktiv zu bekämpfen.

Angesichts der Vielzahl militärischer Aktivitäten, die bereits im Gange oder in Planung sind, ist es nicht einfach, den Überblick zu behalten. Neben einigen Staaten, die vereinzelt Schiffe zum Schutz ihrer Handelsschiffe an die Küste vor Somalia entsandt haben, ist seit Ende Oktober ein NATO-Flottenverband auf Piratenjagd.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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