Ausgabe Februar 2008

Das Schicksal der Négritude

Von der Selbstbehauptung Afrikas zum Versagen in Darfur

Im Jahr 1968 wurde der Dichter und Präsident Senegals Léopold Sédar Senghor mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet – gegen massiven Protest aus dem In- und Ausland, denn Senghor hatte zu Beginn desselben Jahres die senegalesische Studentenbewegung in Dakar mit Hilfe französischer Truppen brutal niederschlagen lassen.
Im Jahr 1968 wurde der Dichter und Präsident Senegals Léopold Sédar Senghor mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet – gegen massiven Protest aus dem In- und Ausland, denn Senghor hatte zu Beginn desselben Jahres die senegalesische Studentenbewegung in Dakar mit Hilfe französischer Truppen brutal niederschlagen lassen. Von afrikanischen Kritikern wurde ihm daraufhin eine zu enge Anlehnung an Europa vorgeworfen; der bundesdeutschen Studentenbewegung galt Senghor gar als „dichtende Marionette“ des Imperialismus. Senghor spielte jedoch auch eine zentrale Rolle bei der Entstehung der sogenannten Négritude, die er als damaliger Professor für Latein und Griechisch – zusammen mit Intellektuellen wie dem afrokaribischen Schriftsteller Aimé Césaire – noch vor der Entkolonialisierungswelle im Paris der 30er Jahre entwickelt hatte.

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