Ausgabe Januar 2008

Wie Volksaufstände entstehen und wie sie enden

Von der Amerikanischen Revolution über Vietnam bis zum Irak

Seit Beginn des Irakkrieges vor jetzt bald fünf Jahren rät man uns, die aufkommenden Erinnerungen an den Vietnamkrieg einfach zu ignorieren. Das sei ein ganz anderer Krieg gewesen, weit weg und lange vorbei. Analogien gebe es nicht, also dürften wir Vietnam keinesfalls als Vergleichsmaßstab heranziehen. Gewiss, die Situation im Irak sei schlecht, bekam die amerikanische Öffentlichkeit zu hören, aber mit mehr Soldaten und mehr Geld würde es schon noch klappen, wenn wir nur „Kurs hielten“. Es gebe „messbare“ Erfolge, also Grund zur Hoffnung. Sogar vom „Licht am Ende des Tunnels“ war die Rede.

Jetzt aber vergleicht unser Präsident selbst den Irak mit Vietnam. Mehr noch: Zur Rechtfertigung seiner Parole vom „Kurshalten“ hat George W. Bush die Geschichte des Vietnamkriegs umgeschrieben.1 Wenn wir nicht Kurs hielten, müssten wir die Schrecken der vietnamesischen „Killing Fields“ nochmals erleben. Lassen wir die verblüffende Tatsache beiseite, dass Präsident Bush und seine Redenschreiber offenbar nicht wissen, wo die „Killing Fields“ lagen – nämlich gar nicht in Vietnam, sondern in Kambodscha, einem Land, gegen das Vietnam einen Krieg geführt hat – und konzentrieren wir uns einfach auf zwei seiner Hauptargumente.

Erstens erklärt Bush, wir hätten in Vietnam besser „Kurs halten“ sollen.

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