Ausgabe Juli 2008

Der Militarist

Wie John McCain sich die amerikanische Außenpolitik vorstellt

Die Geschichte, wie George W. Bushs Regierungszeit die US-Republikaner politisch ruinierte, hat viele Seiten, doch kein Kapitel sticht so hervor wie sein Irakkrieg. Im gleichen Maße, wie die Besetzung des Zweistromlandes sich hinzog und die amerikanischen Verluste stiegen, sah Bush seine Umfragewerte dahinschwinden. Als schließlich die diesjährigen Primaries anstanden, sagten selbst unter den republikanischen Kandidaten viele, dass sie den Krieg im Irak mehr oder weniger nachdrücklich ablehnten.

Unter diesen Umständen überrascht es nicht, dass die GOP, die Grand Old Party, sich anschickt, einen Präsidentschaftskandidaten zu nominieren, der ihrer vom Krieg enttäuschten Basis gefällt. Was jedoch überrascht, ist die Tatsache, dass dieser Kandidat John McCain heißt.

Im Februar sah es für die Republikaner düster aus, und es lag auf der Hand, dass nur ein Kandidat, der auch Kriegsgegner auf seine Seite ziehen konnte, irgendeine Chance bot, dem Kandidaten der Demokraten Paroli zu bieten. Also löste es bei den Republikanern, so sehr der konservative Teil ihrer Basis sich auch geärgert haben mag, Glücksgefühle aus, als McCain den Favoriten der Bush-Anhänger, Mitt Romney, aus dem Feld schlug. Es gibt allerdings ein Problem.

Sie haben etwa 3% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 97% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Februar 2020

In der Februar-Ausgabe warnen die ehemaligen US-Politiker Ernest J. Moniz und Sam Nunn vor einem erneuten Wettrüsten zwischen Russland und den USA. Hans-Gerd Marian und Michael Müller von den NaturFreunden Deutschlands legen die braunen Linien der deutschen Umweltbewegung offen. Der Vorsitzende der SWP, Volker Perthes, fragt nach den Auswirkungen der jüngsten Spannungen zwischen den USA und Iran – auch und gerade für Europa. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die regierenden Hindu-Nationalisten Millionen Menschen zu Staatenlosen machen und so ein neues Kastensystem schaffen könnten. Und der Stadtforscher Paul Chatterton skizziert die Zukunft der klimaneutralen, nachhaltig produzierenden Stadt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Die Einflüsterer des Präsidenten: Fox News und Donald Trump

von Klaus Kamps

Erstaunliche Meldungen waren das, in der Tat: US-Präsident Donald Trump möchte Grönland kaufen, befiehlt amerikanischen Unternehmen, China zu verlassen, erklärt den Chef der amerikanischen Zentralbank zum Feind – und beschwert sich über seinen Lieblingssender, „Fox News“, weil dort nicht nur schlechte Umfragewerte über ihn zu hören waren, son