Ausgabe Juli 2008

Internationaler Strafgerichtshof: Erfolge und Defizite

Zum zehnten Jahrestag des Römischen Statuts

Vor zehn Jahren wurde in Rom die Gründung des ständigen Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) beschlossen. Dessen „Römisches Statut“ trat am 1. Juli 2002 in Kraft; im Frühjahr 2003 konnte das Gericht seine Arbeit aufnehmen. Damit erfüllte sich eine Forderung, die schon 1872 Gustave Moynier, damaliger Präsident des Internationalen Roten Kreuzes, als notwendige Voraussetzung der Befolgung völkerrechtlicher Konventionen formuliert hatte: Er plädierte für einen ständigen Welt-Strafgerichtshof, der gerade auch politische und militärische Machthaber für schwerste Menschenrechtsverletzungen persönlich zur Verantwortung ziehen sollte, um damit die herrschende Straflosigkeit zu beenden und abschreckend zu wirken. Die Täter sollten sich in Zukunft nirgendwo mehr sicher fühlen. 1

Heute sieht sich der IStGH großen Erwartungen und ebenso weit verbreiteten Zweifeln gegenüber, ob seine Instrumente und die Unterstützung der Völkergemeinschaft ausreichen, die hohen Ziele – die Verfolgung und Vermeidung schwerer Menschenrechtsverletzungen – tatsächlich zu erreichen. Das spiegeln nicht zuletzt die Medien wider, die in jüngster Zeit im Zusammenhang mit Kriegen, Konflikten und Menschenrechtsverletzungen häufiger über den IStGH berichten.

So hat etwa die weltweite Empörung über das Verhalten der Militärjunta von Birma/Myanmar, die seit dem Taifun Nargis im Mai d.J.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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