Las Palmas, Gran Canaria. Zahlreiche Fischkutter entladen ihre Ware. Fisch aus Westafrika ist auch in großen Mengen dabei. Ein paar hundert Meter vom Hafen entfernt kommt eine andere Ladung auf Fischerbooten an: afrikanische Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa, die sich dort bessere Lebensbedingungen erhoffen. Tausende verlieren auf dieser Reise jedes Jahr ihr Leben. Nicht allen Beobachtern ist der Zusammenhang bewusst, doch die Überfischung der westafrikanischen Gewässer – zu einem erheblichen Anteil von Ländern der Europäischen Union verursacht – spielt eine wichtige Rolle für das Anwachsen der Flüchtlingsströme. Zwar hat sich die Europäische Union 2006 das Ziel gesetzt, ihre Politik kohärenter im Sinne der Entwicklungspolitik zu gestalten und dafür zahlreiche neue Mechanismen etabliert. Gerade ihre Fischereipolitik gegenüber Westafrika zeigt jedoch exemplarisch, dass sie noch einen weiten Weg vor sich hat. Denn statt zur Armutsreduzierung trägt die EU durch den massiven Import von Fisch aus Westafrika zur Unterminierung der Nahrungssicherheit und zur Destabilisierung der lokalen Wirtschaft sowie des maritimen Ökosystems bei.
Der 30. Juni 2026 war ein denkwürdiger Tag in Südafrika. Bis zu dieser Deadline sollten alle illegalen Migrant:innen Südafrika verlassen haben, hatten die Organisatoren des für dieses Datum ausgerufenen Protesttags zuvor wochenlang und zunehmend lautstark gefordert.