Ausgabe März 2008

Nokia oder Das Scheitern der Subventionitis

Was für ein Aufschrei: Über Wochen und über alle Parteigrenzen hinweg erregte der Fall Nokia die Gemüter. Minister verschrotteten publikumswirksam ihre Nokia-Handys – natürlich ohne Erfolg. Tatsächlich werden rund 4000 Arbeitsplätze (direkt und indirekt bei Zulieferern) verloren gehen, weil Nokia seine Handy-Produktion in Bochum einstellt. Diese sei, wie die Konzernführung mitteilt, vor dem Hintergrund weltweit erzielbarer Preise nicht mehr profitabel – jedenfalls nicht mehr maximal profitabel. Wenn auch in Bochum tiefschwarze Zahlen geschrieben werden, so kann offensichtlich an anderen Standorten in der Europäischen Union eine größere, eben eine maximale, Profitrate, also mehr Gewinn aufs eingesetzte Eigenkapital, erzielt werden.

Doch ist ein derart kapitalistisches Denken verwerflich und neu, wie man angesichts des kollektiven Protests meinen konnte? Keineswegs. Deshalb ist auch die von der Politik erhobene Anklage gegen einen sich lediglich kapitalistisch „korrekt“ verhaltenen Konzern heuchlerisch.

Das Streben nach maximalem Profit

Und dies gleich aus mehreren Gründen. Erstens streben Unternehmer in einer von der Politik gewollten marktwirtschaftlich- kapitalistischen Ordnung immer nach maximalen Profiten.

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