Ausgabe November 2008

Südafrika nach Mbeki

Der Abgang war unrühmlich. Als Thabo Mbeki Ende September auf Geheiß seiner Partei ANC als Präsident Südafrikas zurücktrat, kam dies einer Demütigung gleich. Schließlich wäre Mbekis zweite und letzte Amtszeit ohnehin mit der Neuwahl im April 2009 ausgelaufen.

Allerdings war Mbekis Stern schon seit dem ANC-Parteitag Ende 2007 in Polokwane verblasst, als er den Parteivorsitz der ehemaligen Befreiungsbewegung an seinen politischen Gegner Jacob Zuma abgeben musste. Seitdem ist Zuma der „starke Mann“ im ANC und voraussichtlich auch der nächste Präsidentschaftskandidat der Regierungspartei. Seine Inthronisation als direkter Nachfolger Mbekis scheiterte nur daran, dass er nicht dem Parlament angehört, was in Südafrika die verfassungsrechtliche Voraussetzung für die Übernahme des Präsidentenamts ist. Am 25. September wurde deshalb – gewissermaßen an seiner Statt – der stellvertretende Parteivorsitzende Kgalema Mothlante als dritter Präsident des inzwischen 14 Jahre alten neuen Südafrikas vereidigt. Mothlante gilt weithin als Übergangspräsident.

Mit dem Abtritt Mbekis endet ein jahrelanger Machtkampf. Nach seiner Wahl im Jahr 1999 hatte Mbeki Zuma zum Vizepräsidenten ernannt, ihn aber 2005 schließlich wieder entlassen. Dabei berief er sich auf die Korruptionsvorwürfe, die gegen Zuma erhoben wurden.

Sie haben etwa 13% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 87% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema Afrika

Südsudan: Krieg im Patronagestaat

von Simone Schlindwein

Seit nunmehr drei Jahren tobt im Sudan ein brutaler Krieg zwischen dem sudanesischen Militär SAF und der paramilitärischen Miliz RSF mit ihren rivalisierenden Anführern General Abdelfatah al Burhan und General Mohammed Hamdan Daglo; mehre Millionen Menschen wurden seither innerhalb des eigenen Landes und in Nachbarländer vertrieben, Hunderttausende getötet.