Ausgabe September 2008

Der Osten, auf verlorenem Posten

Der konjunkturelle Aufschwung in der Bundesrepublik, der 2006 nach einer Stagnationsphase einsetzte, erreichte im vergangenen Jahr seinen Höhepunkt und flacht seither wieder ab. Seine Triebkräfte waren der Export sowie die inländischen Anlage- und Ausrüstungsinvestitionen. Die Löhne und Gehälter der Beschäftigten und in Folge auch die Konsumausgaben folgten dem Aufschwung hingegen nicht. Hauptmerkmal dieses Konjunkturzyklus ist eine starke generelle Einkommensdifferenzierung vor allem durch die kräftige Zunahme prekärer Beschäftigungsverhältnisse. Diese Besonderheiten des gegenwärtigen Zyklus wirkten sich dreifach negativ auf die Wirtschaftsentwicklung in den neuen Ländern aus: der Aufschwung fiel dort wesentlich schwächer aus als im Westen, die prekäre Beschäftigung war stärker ausgeprägt und der Aufholprozess zum westdeutschen Wirtschaftsniveau stagnierte.

Im Gegensatz zur Gesamtwirtschaft wuchs die ostdeutsche Industrie 2007 mit 9,7 Prozent zwar schneller als die westdeutsche (6,1 Prozent) und auch die Exporte erhöhten sich mit 14,5 gegen 9 Prozent deutlich stärker. 1 Die Strukturschwäche aber blieb insgesamt erhalten: 2007 erreichte die ostdeutsche Wirtschaft nur 11,3 Prozent der gesamtdeutschen Industrieumsätze und lediglich 8,1 Prozent der Exportumsätze.

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