Ausgabe Februar 2009

Die Zukunft der Emanzipation

Von der Familien- zur Gesellschaftspolitik

Ein dreiviertel Jahr vor der Bundestagswahl im September sind die Wahlgeschenke an Familien bereits verteilt: Zum 1. Januar 2009 wurden das Kindergeld erhöht und der steuerliche Kinderfreibetrag angehoben. „Familiennahe“ Dienstleistungen können in höherem Umfang als bisher steuerlich abgesetzt werden. Auch Schulgeld für Privatschulen darf jetzt bis zu einer Höhe von 5000 Euro jährlich steuerlich geltend gemacht werden.

Darüber hinaus ist im Rahmen des zweiten Konjunkturprogramms der Bundesregierung unter anderem ein Gutschein von 100 Euro pro Kind vorgesehen. Profitieren dürften Familien, zumindest solche aus der Mittelschicht, in geringem Umfang auch von den vorgesehenen Steuererleichterungen.

Während die Familien also von der Politik viel umworben werden, ist es um die Situation der Frauen – trotz mancher „Alpha-Mädchen“ – deutlich stiller geworden. Woran liegt das?

Eine mögliche Antwort auf diese Frage liegt auf der Hand: Frauen in der Bundesrepublik unterliegen heutzutage qua Geschlecht keiner legalen, offenen Fremdbestimmung mehr – weder in ihren privaten Lebensverhältnissen, noch in ihrer Stellung in Staat, Gesellschaft und Wirtschaft. Entsprechende Bestimmungen im Straf-, Zivil- und Arbeitsrecht wurden in den letzten Jahrzehnten schrittweise beseitigt.

Sie haben etwa 5% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 95% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe November 2020

In der November-Ausgabe analysieren die Politikwissenschaftler Steven Levitsky und Daniel Ziblatt, wie eine Politik der Feindschaft zunehmend die US-amerikanische Demokratie zersetzt. Der Journalist George Packer sieht – mit Blick auf die US-Präsidentschaftswahl am 3. November – eine letzte Chance, Amerika neu zu erschaffen. Der Ökonom James K. Galbraith plädiert in Zeiten der Krise für eine Rückbesinnung auf den Rooseveltschen New Deal. „Blätter“-Redakteur Daniel Leisegang warnt vor einem digitalen Kalten Krieg zwischen den USA und China. Und die Politikwissenschaftlerin Melanie Müller beleuchtet den doppelten Kampf Südafrikas gegen Corona und Korruption.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema