Ausgabe Juni 2009

Alternativmodell ILO

Bereits vor Ausbruch der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise war überdeutlich, dass die neoliberale Deregulierungspolitik der letzten zwei Jahrzehnte die globalen Ungleichheiten erheblich vertieft hat, statt sie zu verringern. Allerdings waren die dramatischen sozialen Folgen der forcierten Deregulierung lange Zeit vor allem im globalen Süden spürbar. In Zeiten der Krise sieht sich nun auch der globale Norden mehr und mehr ungesicherter Arbeit, wachsender Ausbeutung und zunehmender Armut ausgesetzt.

Wer jedoch geglaubt hätte, dass angesichts dieser Tatsache nach politischen Lösungen jenseits blinden Marktvertrauens gesucht würde, sieht sich getäuscht. Wie die Resultate des jüngsten Londoner G 20-Gipfels belegen, setzen die führenden Industrienationen wirtschaftspolitisch im Kern auf ein schlichtes „Weiter so“. Trotz vollmundiger Beteuerungen ist auf Seiten der mächtigen Regierungschefs keinerlei Bereitschaft zu erkennen, in Richtung auf eine faire und nachhaltige Weltwirtschaftsordnung umzusteuern. Im Gegenteil: Die direkte Unterstützung sozialer Sicherungssysteme nimmt in der internationalen Krisenbekämpfung nur eine völlig marginale Rolle ein. Von den 1100 Mrd. US-Dollar, welche Weltbank und Internationaler Währungsfonds (IWF) von den G 20 erhalten sollen, sind gerade einmal 50 Mrd. US-Dollar dafür vorgesehen, die Folgen der Krise für die ärmeren Staaten abzufedern.

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