Ausgabe Oktober 2010

Big Pharma und die WHO

Die Welt-Aids-Konferenz im Juli verdeutlichte erneut den dringenden Handlungsbedarf bei der Bekämpfung dieser Krankheit – und überhaupt bei der Umsetzung des Menschenrechts auf einen höchstmöglichen Gesundheitsstandard. Zur Verwirklichung dieses Menschenrechts bedarf es insbesondere des Zugangs zu Medikamenten für die von lebensbedrohlichen Krankheiten Betroffenen. Derzeit jedoch sterben jährlich rund zwei Millionen Menschen an den Folgen von Aids, vor allem weil von den geschätzten zehn Millionen Erkrankten nur etwa 40 Prozent Zugang zu einer adäquaten medikamentösen Behandlung haben.

Doch die Entschlussfreudigkeit der Regierungen und die Kooperationsbereitschaft der Pharmaindustrie erweisen sich in diesem Bereich als viel zu gering. Die Aids-Bekämpfung scheint weiterhin keine Priorität zu genießen; dies schlägt sich insbesondere in der mangelnden Geber-Mentalität der reichen Mitgliedstaaten der Weltgesundheitsorganisation(WHO)nieder.

Ganz anders verhielt es sich bei der Ausgabenbereitschaft in Bezug auf die Schweinegrippe (H1N1). Ausgelöst wurde diese durch eine Pandemiewarnung, die von der WHO im vergangenen Jahr ausgesprochen und kürzlich fast unbemerkt wieder zurückgenommen wurde.

Als UN-Sonderorganisation gehört die WHO zu den wichtigsten Akteuren im Politikfeld „Globale Gesundheit“.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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