Ausgabe Oktober 2010

Sudan: Eskalation mit deutscher Hilfe

Im Januar 2011 soll die südsudanesische Bevölkerung in einem Referendum darüber entscheiden, ob der Süden Teil eines vereinten Sudan bleibt oder unabhängig wird. Das Referendum geht zurück auf das am 9. Januar 2005 beschlossene „Umfassende Friedensabkommen“ zwischen der Zentralregierung in Khartum und der Rebellenorganisation Sudanesische Volksbefreiungsbewegung(SPLM), das den langjährigen Bürgerkrieg zwischen Nord- und Südsudan beendete. Danach sollte das Land in einer sechsjährigen Übergangsphase demokratisch transformiert und die Einheit „attraktiv“ gemacht werden.

Zur Überwachung und Unterstützung des Abkommens haben die Vereinten Nationen eine Militärmission eingerichtet, die United Nations Mission in Sudan (UNMIS).[1] Ihre Aufgabe ist die Überwachung des Waffenstillstands und des Abzugs der beiden Armeen aus der Grenzregion, die Hilfe beim Auf- bau gemeinsamer Nord-Süd-Armeeeinheiten, die Unterstützung bei der Ausbildung von Polizeikräften sowie beim Aufbau von staatlichen Institutionen und Infrastruktur im Südsudan.

Friedensabkommen vor dem Aus

Bislang hat der Waffenstillstand weitgehend gehalten. Ein stabiler Frieden ist jedoch nicht in Sicht.

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Aktuelle Ausgabe Juni 2020

In der Juni-Ausgabe analysiert die Journalistin Kate Aronoff, wie sich Corona-Pandemie, Verschuldung und Klimawandel im globalen Süden zu einer dreifachen Krise verschränken. Die Ökonomen Emmanuel Saez und Gabriel Zucman zeigen, wie die einst progressive Steuerpolitik der USA durch eine systematische Bevorzugung der Reichen abgelöst wurde. Der Agrarwissenschaftler Knut Ehlers und der Präsident des Umweltbundesamtes, Dirk Messner, plädieren für eine radikale Transformation der Landwirtschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit. Und »Blätter«-Redakteur Steffen Vogel ergründet den Zusammenhang zwischen Verschwörungsglaube und Popkultur.

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