Ausgabe Januar 2011

Die Rückkehr der Autoren

Die Zukunft des Urheberrechts

Das Internet hat zu einem tiefgreifenden Wandel unseres Medienkonsums geführt. Durch neue digitale Distributionskanäle bzw. den kostenlosen Download von Musik, Videos und Texten gerät das traditionelle Verwertungsmodell künstlerischer Werke massiv unter Druck. In der Folge hat auch die Diskussion über eine Reform des Urheberrechts an Bedeutung gewonnen, in der die unterschiedlichen Interessen der Akteure aufeinanderprallen.

Mit den folgenden beiden Artikeln präsentieren die „Blätter“ zwei unterschiedliche Sichtweisen und Strategien. Angesichts der digitalen Möglichkeiten für Autoren argumentiert der Kulturwissenschaftler Ilja Braun gegen das Vermarktungsmonopol der Verlage. Mit besonderem Augenmerk auf die Musikbranche optiert „Blätter“-Redakteur Daniel Leisegang für einen anderen Weg, nämlich die Einführung einer sogenannten Kulturflatrate. – D. Red.

 

Ein Gespenst geht um in Europa: das Gespenst der Piraterie. Anfangs trieb es sein Unwesen bloß in den Gefilden der Popmusikindustrie. Seit jedoch E-Books zunehmend Verbreitung finden, spukt es auch auf dem Buchmarkt. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, der Verlage und Handel vertritt, hat die Politik aufgerufen, gegen die „unerlaubte Verwertung von Musik- und Textdarbietungen“ vorzugehen.

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In der Januar-Ausgabe skizziert der Journalist David Brooks, wie die so dringend nötige Massenbewegung gegen den Trumpismus entstehen könnte. Der Politikwissenschaftler Philipp Lepenies erörtert, ob die Demokratie in den USA in ihrem 250. Jubiläumsjahr noch gesichert ist – und wie sie in Deutschland geschützt werden kann. Der Politikwissenschaftler Sven Altenburger beleuchtet die aktuelle Debatte um die Wehrpflicht – und deren bürgerlich-demokratische Grundlagen. Der Sinologe Lucas Brang analysiert Pekings neue Friedensdiplomatie und erörtert, welche Antwort Europa darauf finden sollte. Die Journalistinnen Susanne Götze und Annika Joeres erläutern, warum die Abhängigkeit von Öl und Gas Europas Sicherheit gefährdet und wie wir ihr entkommen. Der Medienwissenschaftler Roberto Simanowski erklärt, wie wir im Umgang mit Künstlicher Intelligenz unsere Fähigkeit zum kritischen Denken bewahren können. Und die Soziologin Judith Kohlenberger plädiert für eine »Politik der Empathie« – als ein Schlüssel zur Bekämpfung autoritärer, illiberaler Tendenzen in unserer Gesellschaft.

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