Ausgabe September 2011

Google vs. Facebook: Der Kampf um das Internet

Rund um das Internet baut sich seit einiger Zeit ein neuer Börsenhype auf. Er konzentriert sich dieses Mal auf Firmen, die Plattformen für soziale Netzwerke bereitstellen. LinkedIn, ein Netzwerk, in dem die Mitglieder berufliche Kontakte pflegen, hat in diesem Frühsommer als erstes dieser Unternehmen den Gang an die Börse gewagt. Facebook wird – als Shooting-Star der sozialen Netzwerke – wohl in den kommenden Monaten folgen.

Der aktuelle Börsenhype ähnelt in vielem seinem Vorgänger Ende der 90er Jahre, der vor allem durch den Börsengang von AOL und dessen Übernahme des Medienkonzerns Time Warner geprägt wurde.[1] Ähnlich wie seinerzeit liegt auch heute der spekulierte Börsenwert der neuen Social-Media-Firmen um ein Vielfaches über ihrem Umsatz. Die meisten der neuen Firmen erwirtschaften noch kaum Gewinne oder haben mit anhaltenden Verlusten zu kämpfen. Und ähnlich wie damals konzentrieren sich ihre Geschäftsvorstellungen auf die Idee, persönliche Daten und Werbemöglichkeiten zu verkaufen.

Allerdings hat sich der Markt für Internetwerbung in den vergangenen zehn Jahren entscheidend verändert. Zum einen lässt sich Werbung heute vor allem dank der Auswertung von zahllosen persönlichen Nutzerdaten erheblich gezielter, personalisierter und subtiler lancieren.

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Aktuelle Ausgabe März 2020

In der März-Ausgabe analysieren der Ökonom James K. Galbraith, der »Blätter«-Mitherausgeber Claus Leggewie und der Historiker Paul M. Renfro, wie die US-Demokraten Donald Trump bei der Präsidentschaftswahl im November schlagen könnten. Die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann plädiert für die Wiederaneignung des Nationenbegriffs, den sie nicht den Rechten überlassen möchte. Der Umweltaktivist Bill McKibben setzt auf die Kraft der Sonne und des gewaltfreien Protests, um die Klimakrise noch aufzuhalten. Und die Soziologin Christa Wichterich beobachtet eine neue Welle transnationaler feministischer Bewegungen im Kampf für Geschlechtergerechtigkeit.

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