Ausgabe Februar 2012

Der Tschad und seine unruhigen Nachbarn

Die zentralafrikanische Republik Tschad befindet sich in unruhiger Nachbarschaft: Die im Juli 2011 vollzogene Teilung des Sudan im Osten, die Unruhen in den nordafrikanischen Staaten und insbesondere die Umwälzungen in Libyen stellen das von Bürgerkriegen, Flüchtlingsströmen, Korruption und extremer Armut geprägte Land vor neue Herausforderungen. Ob es diese erfolgreich bewältigen kann, ist fraglich: Die ebenfalls 2011 im Tschad abgehaltenen Wahlen scheinen jedenfalls die bestehenden Machtverhältnisse zu verstetigen – und damit auch die Probleme des Landes.

Für den Tschad war das Jahr 2011 ein Superwahljahr: Nachdem die Regierungspartei, der von einer Rebellenbewegung zur Regierungspartei gewandelte Movement Patriotique du Salut (MPS), bei den Parlamentswahlen am 13. Februar erwartungsgemäß die Mehrheit der insgesamt 188 Parlamentssitze errungen hatte – mit den Stimmen ihrer Alliierten kommt sie nun auf 133 Sitze –, bescherten auch die Präsidentschaftswahlen am 24. April dem amtierenden Präsidenten Idriss Déby Itno eine satte Mehrheit von 88,6 Prozent der Stimmen. Seiner vierten Amtszeit stand damit nichts mehr im Weg.

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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