Ausgabe Januar 2012

Liberia: Zweite Chance auf Messers Schneide

Liberia gilt vielen als Hoffnungsträger auf dem afrikanischen Kontinent. Das Land an der westafrikanischen Atlantikküste scheint den langjährigen Bürgerkrieg hinter sich gelassen zu haben. Das ist nicht zuletzt dem Engagement der beiden Liberianerinnen zu verdanken, die das Osloer Nobelpreiskomitee im Oktober 2011 für den diesjährigen Friedensnobelpreis auswählte: die Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf sowie die Friedensaktivistin Leymah Gbowee.

Fast zur gleichen Zeit wurde Ellen Johnson-Sirleaf, Afrikas erste und bislang einzige Staatsführerin, in ihrem Amt bestätigt. In der Stichwahl am 8. November 2011 erhielt sie beachtliche 90,7 Prozent aller Stimmen. Mit ihrer Unity Party, die bei den gleichzeitig abgehaltenen Wahlen zum Repräsentantenhaus und für den Senat als stärkste Kraft hervorging, kann sie das Land nun für sechs weitere Jahre regieren.

Das überragende Ergebnis der Präsidentin darf allerdings nicht über die gewaltigen Herausforderungen hinwegtäuschen, vor denen Liberia auch neun Jahre nach dem Ende des Bürgerkrieges noch steht. Wie labil die Sicherheitslage im Land nach wie vor ist, zeigte sich unmittelbar nach dem ersten Urnengang: Nachdem das offizielle Wahlergebnis bekannt gegeben worden war, kam es in der Hauptstadt Monrovia zu massiven Ausschreitungen, bei denen mehrere Menschen getötet wurden.

Sie haben etwa 11% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 89% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (9.50€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Januar 2026

In der Januar-Ausgabe skizziert der Journalist David Brooks, wie die so dringend nötige Massenbewegung gegen den Trumpismus entstehen könnte. Der Politikwissenschaftler Philipp Lepenies erörtert, ob die Demokratie in den USA in ihrem 250. Jubiläumsjahr noch gesichert ist – und wie sie in Deutschland geschützt werden kann. Der Politikwissenschaftler Sven Altenburger beleuchtet die aktuelle Debatte um die Wehrpflicht – und deren bürgerlich-demokratische Grundlagen. Der Sinologe Lucas Brang analysiert Pekings neue Friedensdiplomatie und erörtert, welche Antwort Europa darauf finden sollte. Die Journalistinnen Susanne Götze und Annika Joeres erläutern, warum die Abhängigkeit von Öl und Gas Europas Sicherheit gefährdet und wie wir ihr entkommen. Der Medienwissenschaftler Roberto Simanowski erklärt, wie wir im Umgang mit Künstlicher Intelligenz unsere Fähigkeit zum kritischen Denken bewahren können. Und die Soziologin Judith Kohlenberger plädiert für eine »Politik der Empathie« – als ein Schlüssel zur Bekämpfung autoritärer, illiberaler Tendenzen in unserer Gesellschaft.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema