Ausgabe Juni 2012

Europas Jugend: Generation der Verlierer

Es ist paradox: Die Generation der „Babyboomer” geht in Rente und die EU-Kommission prognostiziert eine deutlich sinkende Erwerbsbevölkerung und fehlende Arbeitskräfte[1] – hervorgerufen nicht zuletzt durch den „Pillenknick“ der 1960er Jahre. Rund 80 Millionen Arbeitsplätze sollen in den kommenden zehn Jahren in der EU deshalb freiwerden oder neu entstehen. Bis jetzt jedoch lässt das glorreiche Jahrzehnt auf sich warten. Stattdessen grassiert europaweit die Jugendarbeitslosigkeit. 

Seit den 90er Jahren wächst die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen in Europa stetig an. Allein zwischen 2008 und 2011 hat sich die Arbeitslosenquote in der Gruppe der 15- bis 24jährigen in der EU und anderen entwickelten Industrieregionen nach Berechnungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) durchschnittlich um 26,5 Prozent erhöht. Eine baldige Erholung ist nicht abzusehen: Mindestens bis 2016 werde die Jugendarbeitslosigkeit in Europa auf „dramatisch hohem Niveau“ verharren, so die ILO.[2]

Auch wenn Jugendarbeitslosigkeit in süd- und osteuropäischen Staaten etwas stärker verbreitet ist als im Rest der EU: Fast alle Mitgliedstaaten haben mit ihr zu kämpfen – unabhängig davon, welches Wohlfahrtssystem sie haben. Die Jugendarbeitslosigkeit ist in den meisten Mitgliedstaaten zwei bis drei Mal höher, als die der älteren Arbeitnehmer.

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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