Ausgabe Mai 2012

Hausangestellte im rechtsfreien Raum

Putzen, Kochen, Kinderbetreuung oder die Pflege von Angehörigen – immer häufiger wird diese traditionell von Frauen ausgeführte, unentgeltlich geleistete Haushalts- und Sorgearbeit an bezahlte Hausangestellte abgegeben. Zumeist handelt es sich dabei ebenfalls um Frauen, häufig um Migrantinnen, oftmals um Minderjährige. Für Millionen Frauen ist bezahlte Haushaltsarbeit somit ein wichtiger Beschäftigungszweig. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) schätzt die Zahl der Hausangestellten weltweit inzwischen auf 53 bis 100 Millionen.

In vielen Staaten Asiens und Lateinamerikas ist die Beschäftigung von Hausangestellten längst Normalität, aber auch in den Industriestaaten nimmt die Nachfrage privater Haushalte nach Haushalts- und Pflegehilfen kontinuierlich zu. Die Gründe dafür reichen von einer steigenden Frauenerwerbstätigkeit über alternde Gesellschaften mit vielen pflegebedürftigen Menschen bis hin zu mangelnden staatlichen und betrieblichen Angeboten zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Doch obwohl Ausmaß und gesellschaftliche Bedeutung von domestic work stetig zunehmen, sind die Arbeitsverhältnisse in dem Sektor bisher kaum reguliert: mangelnde soziale Absicherung, ungeregelte Arbeitszeiten und Niedrigstlöhne bis hin zu schweren Formen des Missbrauchs, der Ausbeutung und der Zwangsarbeit sind typische Probleme.

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In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

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