Ausgabe Mai 2012

Hausangestellte im rechtsfreien Raum

Putzen, Kochen, Kinderbetreuung oder die Pflege von Angehörigen – immer häufiger wird diese traditionell von Frauen ausgeführte, unentgeltlich geleistete Haushalts- und Sorgearbeit an bezahlte Hausangestellte abgegeben. Zumeist handelt es sich dabei ebenfalls um Frauen, häufig um Migrantinnen, oftmals um Minderjährige. Für Millionen Frauen ist bezahlte Haushaltsarbeit somit ein wichtiger Beschäftigungszweig. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) schätzt die Zahl der Hausangestellten weltweit inzwischen auf 53 bis 100 Millionen.

In vielen Staaten Asiens und Lateinamerikas ist die Beschäftigung von Hausangestellten längst Normalität, aber auch in den Industriestaaten nimmt die Nachfrage privater Haushalte nach Haushalts- und Pflegehilfen kontinuierlich zu. Die Gründe dafür reichen von einer steigenden Frauenerwerbstätigkeit über alternde Gesellschaften mit vielen pflegebedürftigen Menschen bis hin zu mangelnden staatlichen und betrieblichen Angeboten zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Doch obwohl Ausmaß und gesellschaftliche Bedeutung von domestic work stetig zunehmen, sind die Arbeitsverhältnisse in dem Sektor bisher kaum reguliert: mangelnde soziale Absicherung, ungeregelte Arbeitszeiten und Niedrigstlöhne bis hin zu schweren Formen des Missbrauchs, der Ausbeutung und der Zwangsarbeit sind typische Probleme.

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In der Mai-Ausgabe zeigen Alexander Cooley und Daniel Nexon, wie die Trump-Regierung ihre geopolitische Macht systematisch in privaten Gewinn ummünzt – zum Schaden für Rechtsstaat und Demokratie. August Pradetto plädiert für eine entschiedene – auch rhetorische – Verteidigung des Völkerrechts gegenüber der wachsenden Gruppe jener Staaten, die auf die Macht des Stärkeren setzen. Klaus Naumann beleuchtet die Debatte um die Wehrpflicht und fragt, wie sich der Frieden in Europa künftig verteidigen lässt. In einer Welt, in der Heimatverlust zu einer universellen Erfahrung geworden ist, sucht Ece Temelkuran nach neuen Formen von Gemeinsamkeit und Handlungsmacht. Antje Schrupp zeigt, wie rechte Frauen mit traditionalistischen Frauenbildern den autoritären Aufstieg befördern. Sonja Peteranderl warnt vor den Risiken von Zyklus-Apps in Zeiten des Rechtsrucks. Inken Behrmann beleuchtet den auch hierzulande längst entbrannten Kampf um die immer knapper werdende Ressource Wasser. Markus Wissen sieht im radikalen Reformismus eine Strategie gegen den Krisenkapitalismus. Und Karin König erinnert an den Film »Die Mörder sind unter uns« als Schlüsselwerk der deutschen Nachkriegsgeschichte und die Biografie seines Hauptdarstellers Ernst Wilhelm Borchert. 

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