Der Sommer ist vorbei, die Löcher bleiben. Vor allem im deutschen Feuilleton. Überall Einschusslöcher, die deutschen Edelfedern hinterrücks gemeuchelt – man sieht nur noch die Schmauchspuren: Der omnipräsente FAZ-Herausgeber, Wunderknabe des deutschen Feuilletons, in Krimi-Form als Windbeutel und Lustmolch entlarvt – und zwar von niemand Geringerem als dem Kulturchef des schärfsten Konkurrenten, der „Süddeutschen Zeitung“, ehemals selbst FAZke, der wiederum vom „Welt“-Feuilletonisten, auch Ex-FAZler, enttarnt, sprich: journalistisch gemordet wird.
Was für ein Inzest! Die deutsche Hochkultur ein Pfuhl des Neides und der Sünde. Ein Schelm, wer dabei nicht an Balzacs Beschreibung des Literatenmilieus im 19. Jahrhundert dächte: überall „Verlorene Illusionen“, wenn man denn noch welche gehabt hätte.
Was daher not tut, ist ein Purgatorium, ein reinigendes Fegefeuer. Ja, es ist an der Zeit, endlich für die gebotene lichterlohe Aufklärung zu sorgen. Und wer wäre hierfür besser geeignet als unser Balzac der Gegenwartsphilosophie, der Feuilletonist auf offener Bühne, Peter Sloterdijk, kurz PS?
Doch welch Malheur, auch hier dräut neuerdings die Leere: Das philosophische Quartett – mit Sloterdijk, Safranski und Co. – wurde wegen gähnender Langeweile eingestellt, genauso wie das Panzersche Nachtstudio.
In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.